Die Yasha-Grundel ist eine der attraktivsten und begehrtesten Grundelarten für das Meerwasseraquarium. Bekannt für ihre faszinierende Symbiose mit Knallkrebsen der Gattung Alpheus, beeindruckt sie durch ihre leuchtend weiße Grundfärbung mit markanten roten Streifen und einer segelförmigen Rückenflosse.
| Wissenschaftlicher Name | Stonogobiops yasha |
| Ordnung | Grundelartige (Gobiiformes) |
| Familie | Grundeln (Gobiidae) |
| Gattung | Stonogobiops |
| Größe | 4–5 cm |
| Lebenserwartung | 3–5 Jahre |
| Verbreitung | Westlicher Pazifik (Japan, Indonesien, Palau, Malediven) |
| Lebensraum | Sandige Riffböden, Geröllfelder in der Nähe von Korallenriffen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 80 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| Salinität | 1,023–1,025 |
Beschreibung & Aussehen
Die Yasha-Grundel erreicht eine Körperlänge von nur 4–5 cm und gehört damit zu den kleinsten Grundelarten. Ihr Körper ist leuchtend weiß mit markanten roten bis orangefarbenen Horizontalstreifen, die vom Kopf bis zur Schwanzflosse verlaufen. Die erste Rückenflosse ist auffällig verlängert und segelförmig, was dem Fisch ein elegantes Erscheinungsbild verleiht.
Der Kopf ist gerundet mit großen Augen und einem leicht oberständigen Maul. Die Bauchflossen sind zu einer Saugscheibe verwachsen – typisch für Grundeln. Die Färbung ist bei beiden Geschlechtern ähnlich, wobei Männchen tendenziell eine etwas größere Rückenflosse besitzen. Insgesamt ist die Yasha-Grundel einer der optisch ansprechendsten Kleinfische für das Riffaquarium.
Verbreitung & Lebensraum
Du findest die Yasha-Grundel im westlichen Pazifik, von Südjapan über Indonesien und Palau bis zu den Malediven. Sie bewohnt sandige Riffböden und Geröllfelder in der Nähe von Korallenriffen in Tiefen von 15–40 Metern.
Die Tiere leben in Symbiose mit Knallkrebsen (Pistolenkrebsen) der Gattung Alpheus, insbesondere A. randalli. Die Krebse graben und pflegen den gemeinsamen Bau, während die Grundel als Wachposten fungiert und vor Gefahren warnt. Diese Partnerschaft ist für beide Seiten vorteilhaft und ein faszinierendes Beispiel für Mutualismus im Meer.
Lebensweise & Verhalten
Die Yasha-Grundel ist tagaktiv und verbringt den Großteil des Tages am Eingang ihres Gemeinschaftsbaus mit dem Knallkrebs. Sie sitzt aufrecht vor dem Höhleneingang und beobachtet aufmerksam die Umgebung. Bei Gefahr zuckt sie mit der Schwanzflosse, um den nahezu blinden Knallkrebs zu warnen, der dann blitzschnell in der Höhle verschwindet – gefolgt von der Grundel.
Die Symbiose funktioniert perfekt: Der Knallkrebs gräbt und unterhält den Bau und hält ständig Kontakt zur Grundel über seine langen Antennen. Die Grundel profitiert von einem sicheren Versteck, während der Krebs durch den Wachdienst der Grundel vor Fressfeinden geschützt wird. Dieses Verhalten ist auch im Aquarium wunderbar zu beobachten.
Ernährung
In der Natur ernährt sich die Yasha-Grundel von winzigen Krebstieren und Zooplankton, die über den Sandboden treiben. Sie fängt ihre Beute durch schnelle, gezielte Vorstöße vom Höhleneingang aus.
Im Aquarium akzeptiert sie Frostfutter wie Artemia, Mysis und Cyclops sowie feines Granulat. Füttere zwei- bis dreimal täglich kleine Portionen, wobei das Futter in der Nähe des Baueingangs angeboten werden sollte, da die Grundel sich selten weit davon entfernt. Lebendfutter wird besonders gerne angenommen und fördert das natürliche Jagdverhalten.
Fortpflanzung
Die Yasha-Grundel bildet monogame Paare, die gemeinsam mit einem Knallkrebs in einem Bau leben. Die Eier werden im Inneren des Baus abgelegt und vom Männchen bewacht und belüftet. Die Gelegegröße ist aufgrund der kleinen Körpergröße relativ gering.
Die Larven schlüpfen nach etwa einer Woche und treiben zunächst als winziges Plankton im freien Wasser. Eine Nachzucht im Aquarium wurde vereinzelt dokumentiert, erfordert aber spezialisiertes Lebendfutter (Rädertierchen, Copepoden-Nauplien) für die winzigen Larven. Nachzuchttiere sind im Handel gelegentlich erhältlich.
Haltung im Aquarium
Die Yasha-Grundel eignet sich hervorragend für Nano-Riffaquarien ab 80 Litern. Ein Sandgrund von mindestens 5 cm Tiefe ist erforderlich, damit der Symbiosepartner – ein Knallkrebs der Gattung Alpheus – seinen Bau anlegen kann. Die gemeinsame Haltung mit einem Knallkrebs ist dringend empfohlen, da das faszinierende Symbioseverhalten eine der Hauptattraktionen darstellt.
Der Fisch ist vollständig riffkompatibel, friedlich und lässt Korallen und Wirbellose unbehelligt. Die Vergesellschaftung mit anderen kleinen, friedlichen Fischen ist möglich, jedoch solltest du auf aggressive oder sehr schnelle Mitbewohner verzichten, da die Grundel schüchtern ist und sich dann nicht mehr zeigt.
Die Wassertemperatur sollte bei 24–27 °C liegen. Die Yasha-Grundel gilt als einer der schönsten und faszinierendsten Kleinfische für das Riffaquarium. Ihre Interaktion mit dem Knallkrebs bietet ein einzigartiges Naturschauspiel, das jeden Aquarianer begeistert.
Gefährdung & Schutzstatus
Die Yasha-Grundel wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art kommt im westlichen Pazifik verbreitet vor, ist aber aufgrund ihrer kleinen Größe und versteckten Lebensweise nicht immer leicht zu finden.
Für den Aquarienhandel werden die Tiere als Wildfänge importiert, wobei die Preise aufgrund der schwierigen Sammelarbeit in größeren Tiefen relativ hoch sind. Nachzuchten werden zunehmend angeboten und sollten bevorzugt werden, da sie robuster sind und sich besser an Aquarienbedingungen anpassen.
Quellen
- FishBase: Stonogobiops yasha – fishbase.se
- IUCN Red List: Stonogobiops yasha – iucnredlist.org
- Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): World Atlas of Marine Fishes. IKAN-Unterwasserarchiv.
- Yanagisawa, Y. (1984): Studies on the interspecific relationships between gobiid fishes and snapping shrimps. Publications of the Seto Marine Biological Laboratory.
- Coral Magazine: Symbiotic Gobies – coral-magazine.com
