Salamander

Yunnan-Feuersalamander (Tylototriton verrucosus)

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Yunnan-Feuersalamander (Tylototriton verrucosus)

Bildquelle: C.Aphirak / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Yunnan-Feuersalamander, auch Himalaya-Molch oder Krokodilmolch genannt, ist ein faszinierender Schwanzlurch aus dem Himalaya-Gebiet. Mit seinen markanten knöchernen Rückenkämmen und der orange-braunen Färbung auf dunklem Grund erinnert er an ein Miniatur-Krokodil. Er lebt in feuchten Bergwäldern und nutzt stehende Gewässer zur Fortpflanzung.

Der Yunnan-Feuersalamander, auch Himalaya-Molch oder Krokodilmolch genannt, ist ein faszinierender Schwanzlurch aus dem Himalaya-Gebiet. Mit seinen markanten knöchernen Rückenkämmen und der orange-braunen Färbung auf dunklem Grund erinnert er an ein Miniatur-Krokodil. Er lebt in feuchten Bergwäldern und nutzt stehende Gewässer zur Fortpflanzung.

Steckbrief: Yunnan-Feuersalamander (Tylototriton verrucosus)
Wissenschaftlicher NameTylototriton verrucosus
OrdnungSchwanzlurche (Caudata)
FamilieEchte Salamander (Salamandridae)
GattungTylototriton
Größe14–20 cm
Gewicht15–35 g
Lebenserwartung10–20 Jahre
VerbreitungHimalaya-Region (Nepal, Nordindien, Myanmar, Südchina/Yunnan)
LebensraumFeuchte Bergwälder, Reisterrassen, stehende Gewässer, 1.000–2.500 m
SchutzstatusPotenziell gefährdet (NT) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Yunnan-Feuersalamander erreicht eine Gesamtlänge von 14–20 cm und ist robust gebaut. Sein auffälligstes Merkmal sind die markanten knöchernen Höcker und Leisten auf Kopf und Rücken, die ihm ein „krokodilartiges" Aussehen verleihen – daher der Beiname „Krokodilmolch". Die Grundfarbe ist dunkelbraun bis schwarz, während die knöchernen Rippen, der Kopfkamm und die Zehenspitzen leuchtend orange bis rotbraun gefärbt sind.

Die Haut ist rau und warzig mit zahlreichen Drüsen, die ein leicht giftiges Sekret absondern. Der Schwanz ist seitlich abgeflacht und dient als Schwimmhilfe. Die Augen sind klein und unauffällig. Die Unterseite ist dunkel mit gelegentlich orangefarbenen Akzenten. Die Gesamterscheinung ist einzigartig unter den Salamandridae und macht die Art unverwechselbar.

Verbreitung & Lebensraum

Der Yunnan-Feuersalamander hat ein ausgedehntes Verbreitungsgebiet entlang der südlichen Himalaya-Region – von Nepal und Nordostindien über Myanmar und Nordthailand bis in die chinesische Provinz Yunnan. Er kommt in Höhenlagen von 1.000 bis 2.500 m vor.

Du findest diesen Salamander in feuchten, subtropischen Bergwäldern, oft in der Nähe von Reisterrassen und anderen landwirtschaftlich genutzten Gewässern. Zur Fortpflanzung nutzt er stehende oder langsam fließende Gewässer wie Tümpel, überschwemmte Reisfelder und Gräben. An Land lebt er unter morschem Holz, Steinen und in der Laubstreu des Waldbodens. Monsunregen spielen eine wichtige Rolle für seinen Aktivitätszyklus.

Lebensweise & Verhalten

Der Yunnan-Feuersalamander ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und verbringt den Tag in feuchten Verstecken an Land. Während der Monsunzeit (Juni–September) wandert er zu Laichgewässern, wo er mehrere Wochen im Wasser verbringt. Außerhalb der Fortpflanzungszeit lebt er terrestrisch im Waldboden.

Die auffällige orange-schwarze Warnfärbung signalisiert die Giftigkeit der Hautdrüsensekrete. Bei Bedrohung zeigt der Yunnan-Feuersalamander eine charakteristische Abwehrhaltung: Er biegt den Körper nach oben, um die leuchtend orangefarbenen Rippenhöcker zu präsentieren (Unkenreflex). In der kühlen Trockenzeit kann er eine Ruhephase einlegen und sich in frostfreie Verstecke zurückziehen.

Ernährung

Der Yunnan-Feuersalamander ernährt sich von einer Vielzahl von Wirbellosen. An Land frisst er Regenwürmer, Insektenlarven, Schnecken, Käfer und Spinnen. Im Wasser jagt er Wasserinsektenlarven, Bachflohkrebse und kleine Würmer.

Die Nahrungsaufnahme erfolgt sowohl an Land als auch im Wasser, wobei er die Beute durch langsames Anschleichen und schnelles Zupacken erbeutet. Während der aquatischen Phase kann er auch unter Wasser fressen. Die Larven ernähren sich von Zooplankton und kleinen Wasserwirbellosen.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung ist eng an den Monsun gekoppelt. Mit Beginn der Regenzeit im Frühsommer wandern die Tiere zu stehenden Gewässern. Die Paarung findet im Wasser statt, wobei das Männchen das Weibchen umklammert (Amplexus) und ein Spermatophor absetzt.

Das Weibchen legt 30–80 Eier einzeln an Wasserpflanzen und untergetauchte Objekte ab. Die Larven schlüpfen nach 2–3 Wochen und leben vollständig aquatisch. Die Metamorphose erfolgt nach 2–3 Monaten, wonach die Jungtiere das Wasser verlassen und an Land gehen. Die Geschlechtsreife wird nach 2–3 Jahren erreicht.

Haltung im Terrarium

Der Yunnan-Feuersalamander ist ein beliebter und faszinierender Terrarienbewohner. Ein Aquaterrarium ab 80 × 40 × 40 cm mit einem großen Landteil und einem separaten Wasserbereich ist ideal. Der Landteil sollte feuchte Erde, Moos, Verstecke aus Korkrinde und Steine umfassen. Der Wasserbereich (mindestens 20 cm tief) wird zur Fortpflanzungszeit genutzt.

Die Temperatur sollte tagsüber bei 18–24 °C liegen und nachts auf 14–18 °C absinken. Eine hohe Luftfeuchtigkeit von 70–85 % ist wichtig. Im Winter empfiehlt sich eine kühle Ruhephase bei 10–15 °C über 2–3 Monate. Gefüttert wird mit Regenwürmern, Heimchen, Wachsmottenlarven und Asseln. Regelmäßige Vitamin- und Kalziumergänzung ist empfehlenswert. Die Art ist im Fachhandel als Nachzucht erhältlich.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Yunnan-Feuersalamander wird von der IUCN als „Near Threatened" (potenziell gefährdet) eingestuft. Die Hauptbedrohungen sind Lebensraumverlust durch Abholzung, Umwandlung von Waldgebieten in Agrarland und der internationale Tierhandel. In einigen Regionen wird die Art auch für die traditionelle Medizin gesammelt.

Die Art ist durch CITES und nationale Schutzgesetze in mehreren Verbreitungsländern geschützt. Nachzuchtprogramme in Zoos und bei Privathaltern tragen zur Reduzierung des Drucks auf Wildpopulationen bei. Der Schutz der verbliebenen Bergwaldhabitate im Himalaya-Gebiet ist essenziell für den langfristigen Erhalt dieser faszinierenden Art.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Tylototriton verrucosusamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Tylototriton verrucosusiucnredlist.org
  3. Sparreboom, M. (2014): Salamanders of the Old World. KNNV Publishing.
  4. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
  5. Vitt, L. J. & Caldwell, J. P. (2014): Herpetology. 4th Edition. Academic Press.

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