Süßwasserschnecken

Zebra-Apfelschnecke (Asolene spixi)

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Zebra Apfelschnecke

Zusammenfassung

Die Zebra-Apfelschnecke ist eine kleine, attraktive Vertreterin der Apfelschnecken mit einem markanten gelb-braunen Streifenmuster auf dem Gehäuse. Mit nur 2–3 cm bleibt sie deutlich kleiner als die großen Pomacea-Arten und eignet sich daher auch für mittlere Aquarien.

Die Zebra-Apfelschnecke ist eine kleine, attraktive Vertreterin der Apfelschnecken mit einem markanten gelb-braunen Streifenmuster auf dem Gehäuse. Mit nur 2–3 cm bleibt sie deutlich kleiner als die großen Pomacea-Arten und eignet sich daher auch für mittlere Aquarien.

Steckbrief: Zebra-Apfelschnecke (Asolene spixi)
Wissenschaftlicher NameAsolene spixi
OrdnungArchitaenioglossa
FamilieApfelschnecken (Ampullariidae)
GattungAsolene
Größe2–3 cm
Lebenserwartung2–3 Jahre
VerbreitungSüdamerika (Brasilien)
LebensraumStehende und langsam fließende Süßgewässer
SchutzstatusNicht bewertet
Aquariumab 30 Liter
Temperatur22–28 °C
pH-Wert7,0–8,5
Wasserhärte8–20 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Die Zebra-Apfelschnecke besitzt ein rundliches bis hochkonisches Gehäuse mit einem Durchmesser von 2–3 cm. Das namensgebende Merkmal ist das attraktive Streifenmuster: Dunkelbraune bis schwarze Streifen wechseln sich mit gelben bis cremefarbenen Zwischenräumen ab und verlaufen spiralförmig über das Gehäuse. Die Streifung ist bei jedem Individuum leicht verschieden.

Der Weichkörper ist graubraun bis gelblich mit dunklen Flecken. Ein horniger Deckel verschließt die Gehäuseöffnung. Am Kopf sitzen zwei Paar Fühler und gut entwickelte Augen. Die Art besitzt sowohl Kiemen als auch eine Lunge – typisch für die Familie Ampullariidae. Aufgrund ihrer geringen Größe wird sie oft als „Mini-Apfelschnecke" bezeichnet.

Verbreitung & Lebensraum

Die Zebra-Apfelschnecke stammt aus Brasilien, wo sie in stehenden und langsam fließenden Süßgewässern vorkommt. Ihr Lebensraum umfasst Seen, Teiche, Sumpfgebiete und die Uferbereiche von Flüssen im südöstlichen Brasilien. Sie bevorzugt warme, pflanzenreiche Gewässer mit schlammigem Grund.

Die Art ist weniger weit verbreitet als die großen Pomacea-Arten und kommt in einem relativ begrenzten Gebiet vor. In der Aquaristik ist sie seit einigen Jahren verfügbar und erfreut sich wachsender Beliebtheit, da sie kleiner und handlicher ist als die klassischen Apfelschnecken.

Lebensweise & Verhalten

Die Zebra-Apfelschnecke ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, zeigt sich aber auch tagsüber regelmäßig. Sie bewegt sich langsam über Scheiben, Pflanzen und Dekorationsgegenstände. Wie andere Ampullariidae besitzt sie einen Siphon, den sie zum Atmen an die Wasseroberfläche strecken kann.

Die Art ist im Vergleich zu den großen Pomacea-Arten eher zurückhaltend und weniger kletterfreudig. Dennoch empfiehlt sich eine Aquarienabdeckung. Bei Wohlbefinden ist sie recht aktiv und durchstreift das Aquarium auf der Suche nach Nahrung. Bei schlechten Wasserwerten oder Stress zieht sie sich in ihr Gehäuse zurück und verschließt den Deckel.

Ernährung

Die Zebra-Apfelschnecke ist ein Allesfresser mit einer leichten Tendenz zu pflanzlicher Kost. Sie frisst Algenaufwuchs, Biofilme, abgestorbene Pflanzenteile und Futterreste. Im Gegensatz zur großen Apfelschnecke P. canaliculata frisst sie nur selten an lebenden Pflanzen – weichblättrige Arten können aber gelegentlich angeknabbert werden.

Im Aquarium eignen sich als Futter: Überbrühtes Gemüse (Zucchini, Gurke, Spinat), Welstabletten, Spirulina-Tabs und Seemandelbaumblätter. Proteinreiches Futter wie Frostfutter wird gelegentlich gerne angenommen. Eine gute Kalziumversorgung (Sepiaschale, Eierschalen) ist für den Gehäuseaufbau wichtig.

Fortpflanzung

Die Zebra-Apfelschnecke ist getrenntgeschlechtlich – du benötigst also Männchen und Weibchen für die Zucht. Die Geschlechtsunterscheidung ist von außen schwierig. Im Gegensatz zu den großen Pomacea-Arten legt die Zebra-Apfelschnecke ihre Eier unter Wasser ab, nicht über der Wasseroberfläche.

Die Gelege sind kleine, gallertartige Pakete mit 10–30 Eiern, die an Pflanzen, Steinen oder Scheiben befestigt werden. Die Entwicklung dauert bei 25 °C etwa 2–3 Wochen. Die Jungschnecken sind beim Schlupf etwa 3 mm groß und wachsen bei guter Fütterung relativ langsam heran. Die Vermehrungsrate ist moderat – eine Schneckenplage ist unwahrscheinlich.

Haltung im Aquarium

Die Zebra-Apfelschnecke ist ein unkomplizierter und attraktiver Aquarienbewohner. Ein Becken ab 30 Liter ist ausreichend, da die Art deutlich kleiner bleibt als die großen Pomacea-Arten. Die Wassertemperatur sollte bei 22–28 °C liegen, der pH-Wert zwischen 7,0 und 8,5. Mittelhartes bis hartes Wasser (GH 8–20) ist ideal.

Die Art eignet sich für bepflanzte Gesellschaftsaquarien und lässt sich mit friedlichen Fischen und Garnelen vergesellschaften. Schmerlen und Kugelfische solltest du vermeiden. Im Vergleich zu Pomacea diffusa produziert die kleinere Zebra-Apfelschnecke weniger Kot und belastet das Aquarienwasser weniger. Kupfer ist tödlich – achte auf kupferfreie Dünger und Medikamente.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Schutzstatus der Zebra-Apfelschnecke ist von der IUCN nicht bewertet. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet in Brasilien sind die Bestände in geeigneten Habitaten vermutlich stabil, könnten aber durch Gewässerveränderung und Lebensraumverlust bedroht sein.

In der Aquaristik wird die Art in zunehmendem Maße nachgezüchtet und ist bei spezialisierten Händlern erhältlich. Da sie nicht auf der EU-Verbotsliste für Pomacea-Arten steht (sie gehört zur Gattung Asolene), ist der Handel und die Haltung in der EU uneingeschränkt erlaubt.

Quellen

  1. Rawlings, T.A. et al. (2007): Phylogeny of the apple snails (Gastropoda: Ampullariidae). Molecular Phylogenetics and Evolution.
  2. Gastropods.com – Ampullariidae – gastropods.com
  3. Eberhard Hartmann (2013): Schnecken im Aquarium. Dähne Verlag.
  4. AquaInfo: Apfelschnecken – aqua-info.de

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