Der Zebrabärbling ist einer der bekanntesten Aquarienfische und gleichzeitig DER Modellorganismus der Genetikforschung. Seine horizontalen blau-goldenen Streifen, sein lebhaftes Schwarmverhalten und seine Robustheit machen ihn zum idealen Einsteigerfisch. In der Wissenschaft hat er zur Entschlüsselung zahlreicher Gene und Entwicklungsprozesse beigetragen.
| Wissenschaftlicher Name | Danio rerio |
| Ordnung | Karpfenartige (Cypriniformes) |
| Familie | Karpfenfische (Cyprinidae) |
| Gattung | Danio |
| Größe | 3–5 cm |
| Gewicht | 0,5–2 g |
| Lebenserwartung | 3–5 Jahre |
| Verbreitung | Südasien (Indien, Pakistan, Bangladesch, Nepal, Myanmar) |
| Lebensraum | Flache Gewässer, Reisfelder, langsam fließende Bäche, Überschwemmungsgebiete |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 60 Liter |
| Temperatur | 18–26 °C |
| pH-Wert | 6,5–7,5 |
| Wasserhärte | 5–19 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Zebrabärbling ist ein kleiner, schlanker Fisch mit einer Körperlänge von 3–5 cm. Sein namensgebendes Merkmal sind die fünf markanten horizontalen Streifen, die sich vom Kiemendeckel bis zur Schwanzflosse erstrecken. Die Streifen wechseln zwischen einem leuchtenden Stahlblau und einem silbrig-goldenen Ton. Die Flossen sind weitgehend transparent, können aber ebenfalls eine leichte Streifung zeigen.
Männchen sind schlanker und etwas intensiver gefärbt als die rundlicheren Weibchen, die besonders zur Laichzeit einen deutlich gefüllteren Bauch zeigen. Im Aquarienhandel findest du neben der Wildform zahlreiche Zuchtformen wie den Leopardbärbling (gefleckt statt gestreift), Langflossen-Varianten und transgene GloFish-Formen, die fluoreszierende Farben zeigen. Der Körper ist stromlinienförmig und perfekt an ein Leben in fließendem Wasser angepasst.
Verbreitung & Lebensraum
Der Zebrabärbling stammt ursprünglich aus Südasien und ist in Indien, Pakistan, Bangladesch, Nepal und Myanmar verbreitet. Sein natürlicher Lebensraum umfasst flache, langsam fließende Gewässer, Bewässerungskanäle, Reisfelder und saisonale Überschwemmungsgebiete. In der Monsunzeit wandert er in überschwemmte Felder und Gräben, in der Trockenzeit zieht er sich in permanente Gewässer zurück.
Die Art kommt in Höhenlagen vom Tiefland bis etwa 1.500 m vor und ist an eine breite Spanne von Umweltbedingungen angepasst. In seiner Heimat lebt der Zebrabärbling in oft trübem, pflanzreichem Wasser mit schlammigem oder sandigem Grund. Durch seine Verwendung als Modellorganismus und die versehentliche Freisetzung von Labortieren gibt es mittlerweile auch verwilderte Populationen in anderen Regionen der Welt.
Lebensweise & Verhalten
Der Zebrabärbling ist ein ausgesprochener Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden sollte. Im Schwarm zeigt er ein faszinierendes Sozialverhalten mit einer klaren Hierarchie. Die Tiere schwimmen lebhaft durchs Aquarium und nutzen bevorzugt die oberen und mittleren Wasserschichten.
In der Wissenschaft ist der Zebrabärbling seit den 1970er-Jahren der wichtigste Modellorganismus der Wirbeltiergenomforschung. Sein Genom wurde vollständig sequenziert und zeigt eine bemerkenswerte Übereinstimmung mit dem menschlichen Genom – rund 70 % der menschlichen Gene haben ein Gegenstück im Zebrabärbling. Die Art wird zur Erforschung von Krankheiten, Embryonalentwicklung, Regeneration und Genetik eingesetzt. Besonders faszinierend ist die Fähigkeit der Art, beschädigtes Herzgewebe zu regenerieren.
Im Aquarium ist der Zebrabärbling ein unkomplizierter, friedlicher Bewohner, der sich gut mit anderen friedlichen Arten vergesellschaften lässt. Er ist tagaktiv und ständig in Bewegung, was ihn zu einem sehr lebendigen Aquarienbewohner macht.
Ernährung
Der Zebrabärbling ist ein anspruchsloser Allesfresser. In der Natur frisst er Insektenlarven, kleine Krebstiere, Zooplankton und pflanzliches Material. Im Aquarium nimmt er praktisch jedes Futter an – Flockenfutter, Granulat, Frost- und Lebendfutter werden gleichermaßen gern gefressen.
Für eine optimale Gesundheit und Farbentwicklung solltest du das Futter abwechslungsreich gestalten. Regelmäßige Gaben von Artemia, Daphnien oder feinen Mückenlarven ergänzen das Trockenfutter ideal. Aufgrund seiner geringen Größe bevorzugt der Zebrabärbling feines Futter, das an der Wasseroberfläche oder im freien Wasser treibt.
Fortpflanzung
Die Zucht des Zebrabärblings ist unkompliziert und gelingt auch Anfängern. Die Art ist ein Freilaicher ohne Brutpflege. Bei der Paarung jagt das Männchen das Weibchen durch dichte Pflanzenbestände, wobei die Eier ins freie Wasser abgegeben und gleichzeitig befruchtet werden. Ein Weibchen kann pro Laichvorgang 200–500 Eier produzieren.
Die Eier sind nicht klebrig und sinken zu Boden. Da die Elterntiere starke Laichräuber sind, solltest du ein Ablaichgitter oder dichte Javamoos-Polster verwenden. Die Larven schlüpfen bei 26 °C nach etwa 48–72 Stunden und schwimmen nach weiteren 24 Stunden frei. Die Aufzucht gelingt mit Infusorien und anschließend frisch geschlüpften Artemia-Nauplien. Die Geschlechtsreife wird mit 3–4 Monaten erreicht.
Haltung im Aquarium
Der Zebrabärbling ist einer der pflegeleichtesten Aquarienfische überhaupt und daher ein idealer Anfängerfisch. Ein Aquarium ab 60 Litern reicht für einen Schwarm von 8–10 Tieren aus, wobei eine längliche Beckenform bevorzugt wird, da die Tiere viel Schwimmraum benötigen. Die Einrichtung kann Pflanzen, feinen Kies oder Sand und etwas Strömung umfassen.
Die Art toleriert einen breiten Temperaturbereich von 18–26 °C, was sie auch für unbeheizte Aquarien in Wohnräumen geeignet macht. Der pH-Wert sollte zwischen 6,5 und 7,5 liegen, die Gesamthärte zwischen 5 und 19 °dGH. Eine gute Filterung und regelmäßige Wasserwechsel sind empfehlenswert, da die lebhaften Schwarmfische einen gewissen Stoffwechsel produzieren.
Die Vergesellschaftung gelingt mit zahlreichen friedlichen Arten wie Panzerwelsen, Bärblingen, kleinen Salmlern und Garnelen. Vermeide langsame Fische mit langen Flossen (wie Kampffische), da der Zebrabärbling gelegentlich an Flossen zupfen kann. Durch seine Robustheit und sein lebhaftes Verhalten ist er ein dankbarer Aquarienbewohner, der auch Anfängerfehler verzeiht.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Zebrabärbling wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet häufig und anpassungsfähig. Lokale Bedrohungen bestehen durch Lebensraumzerstörung, Wasserverschmutzung und die Intensivierung der Landwirtschaft in Südasien.
Durch seine enorme Bedeutung als Modellorganismus in der Forschung werden weltweit Millionen von Zebrabärblingen in Laboratorien gehalten und gezüchtet. Im Aquarienhandel stammen alle verfügbaren Tiere aus Nachzuchten – Wildfänge spielen keine Rolle. Die Art gilt als eines der am besten erforschten Wirbeltiere der Welt.
Quellen
- FishBase: Danio rerio – fishbase.se
- Seriously Fish: Danio rerio – seriouslyfish.com
- ZFIN – Zebrafish Information Network – zfin.org
- Spence, R. et al. (2008): The behaviour and ecology of the zebrafish, Danio rerio. Biological Reviews, 83(1), 13–34.
- IUCN Red List: Danio rerio – iucnredlist.org
