Der Zebrabuntbarsch, auch Grünflossenbuntbarsch genannt, ist einer der robustesten und vermehrungsfreudigsten Buntbarsche in der Aquaristik. Seine markanten schwarzen Querstreifen auf hellem Grund und sein faszinierendes Brutpflegeverhalten mit aggressiver Jungfischverteidigung machen ihn zu einem beliebten – wenn auch anspruchsvollen – Cichliden.
| Wissenschaftlicher Name | Amatitlania nigrofasciata |
| Ordnung | Buntbarschartige (Cichliformes) |
| Familie | Buntbarsche (Cichlidae) |
| Gattung | Amatitlania |
| Größe | 8–15 cm |
| Gewicht | 20–60 g |
| Lebenserwartung | 8–10 Jahre |
| Verbreitung | Mittelamerika (Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua, Costa Rica) |
| Lebensraum | Felsige Fließgewässer, Bäche, Flüsse mit Strömung |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 100 Liter |
| Temperatur | 22–28 °C |
| pH-Wert | 6,5–8,0 |
| Wasserhärte | 8–25 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Zebrabuntbarsch erreicht eine Körperlänge von 8–15 cm, wobei Männchen deutlich größer werden als Weibchen. Der Körper ist hochrückig und seitlich leicht abgeflacht. Namensgebend sind die 8–9 markanten schwarzen Querstreifen auf silbergrauem bis bläulichem Grund, die den Fisch unverwechselbar machen. Männchen entwickeln mit zunehmendem Alter einen ausgeprägten Stirnbuckel und längere Flossenstrahlen.
Weibchen sind nicht nur kleiner, sondern zeigen zur Laichzeit eine auffällige orange bis rötliche Färbung auf der Bauchseite. Im Aquarienhandel sind neben der Wildform zahlreiche Zuchtformen erhältlich, darunter eine rosafarbene Form ohne Querstreifen (Pink Convict oder Marble Convict) und verschiedene Langflossen-Varianten. Die Augen sind dunkel und der Unterkiefer kräftig gebaut.
Verbreitung & Lebensraum
Der Zebrabuntbarsch stammt aus Mittelamerika und kommt von Guatemala über Honduras und El Salvador bis Nicaragua und Costa Rica vor. Sein natürlicher Lebensraum umfasst felsige Fließgewässer, Bäche und Flüsse mit mäßiger Strömung. Er bevorzugt Bereiche mit Steinen, Felsspalten und Totholz, die ihm als Versteck und Laichplatz dienen.
Durch seine extreme Anpassungsfähigkeit und häufige Freisetzung aus Aquarien hat sich der Zebrabuntbarsch mittlerweile als invasive Art in vielen Regionen weltweit etabliert – unter anderem in Teilen der USA (Florida, Texas, Hawaii), Australien und Japan. In diesen Gebieten verdrängt er teilweise einheimische Fischarten.
Lebensweise & Verhalten
Der Zebrabuntbarsch ist ein revierbezogener Fisch, der besonders während der Brutzeit äußerst territorial und aggressiv werden kann. Außerhalb der Fortpflanzungsphase ist er relativ friedlich, verteidigt aber stets sein Revier gegen Eindringlinge. Die Art lebt in der Natur paarweise oder in lockeren Gruppen.
Besonders beeindruckend ist das Brutpflegeverhalten: Beide Elterntiere verteidigen ihre Brut mit großer Aggressivität gegen alle anderen Aquarienbewohner – selbst gegen deutlich größere Fische. Dieses Verhalten macht den Zebrabuntbarsch zu einem faszinierenden Beobachtungsobjekt, kann aber in kleinen Aquarien problematisch werden.
Die Art ist intelligent und lernfähig. Zebrabuntbarsche erkennen ihren Pfleger schnell und entwickeln individuelle Persönlichkeiten. Sie sind tagaktiv und verbringen viel Zeit mit dem Umgestalten ihres Revieres – Sand wird geschaufelt, Pflanzen werden ausgegraben und Steine werden verrückt.
Ernährung
Der Zebrabuntbarsch ist ein unkomplizierter Allesfresser. In der Natur ernährt er sich von Insektenlarven, kleinen Krebstieren, Würmern, Algen und pflanzlichem Material. Im Aquarium nimmt er praktisch jedes Futter gierig an – Flockenfutter, Granulat, Cichliden-Sticks, Frost- und Lebendfutter.
Für eine ausgewogene Ernährung solltest du regelmäßig pflanzliche Kost anbieten, etwa Spirulina-Flocken, blanchiertes Gemüse (Zucchini, Gurke, Erbsen) oder spezielle Pflanzenfuttertabletten. Proteinreiches Futter wie Mückenlarven, Artemia und Krill wird besonders gerne gefressen und fördert die Farbentwicklung sowie die Laichbereitschaft.
Fortpflanzung
Der Zebrabuntbarsch gehört zu den vermehrungsfreudigsten Aquarienfischen überhaupt. Ein Paar kann unter optimalen Bedingungen alle 3–4 Wochen ablaichen. Die Eier werden bevorzugt an die Decke einer Höhle, an einen flachen Stein oder an die Aquarienscheibe geklebt. Ein Gelege umfasst 100–500 Eier, die von beiden Elterntieren bewacht werden.
Die Larven schlüpfen nach 3–4 Tagen und werden von den Eltern in vorbereitete Gruben im Sand transportiert. Nach weiteren 5–7 Tagen schwimmen die Jungfische frei und werden von beiden Elterntieren intensiv beschützt. Die Eltern leiten den Schwarm durch das Aquarium und verteidigen ihn aggressiv. Die Jungtiere können sofort mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien oder feinem Staubfutter aufgezogen werden.
Die Geschlechtsreife wird bereits mit 4–6 Monaten erreicht. Aufgrund der enormen Vermehrungsrate solltest du dir frühzeitig Gedanken über den Verbleib der Nachzuchten machen, um eine Überpopulation im Aquarium zu vermeiden.
Haltung im Aquarium
Für ein Paar Zebrabuntbarsche sollte das Aquarium mindestens 100 Liter fassen, für eine Gruppe sind 200 Liter oder mehr empfehlenswert. Die Einrichtung sollte viele Steine, Höhlen und Verstecke bieten, da die Tiere revierbildend sind und jedes Paar ein eigenes Revier mit Laichhöhle benötigt. Robuste Pflanzen wie Anubias oder Javafarn können verwendet werden – zarte Pflanzen werden oft ausgegraben.
Die Wasserwerte sind relativ unkritisch: Temperaturen von 22–28 °C, pH 6,5–8,0 und eine Gesamthärte von 8–25 °dGH werden problemlos vertragen. Die Art ist extrem robust und verzeiht auch Pflegefehler, was sie zu einem beliebten Einstiegs-Cichliden macht.
Die Vergesellschaftung erfordert Vorsicht, besonders während der Brutzeit. Geeignete Beifische sind robuste, ähnlich große Arten wie andere mittelamerikanische Buntbarsche, Schwertträger oder größere Salmler. Empfindliche oder zu kleine Fische werden während der Brutpflege gnadenlos attackiert. In einem gut strukturierten, großen Aquarium gelingt die Vergesellschaftung deutlich besser.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Zebrabuntbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet in Mittelamerika ist die Art häufig und anpassungsfähig. Allerdings ist er in vielen Regionen außerhalb seines natürlichen Areals als invasive Art etabliert und kann dort einheimische Fischfaunen bedrohen.
Im Aquarienhandel ist der Zebrabuntbarsch als Nachzucht überall erhältlich und gehört zu den preisgünstigsten Buntbarschen. Wildfänge spielen keine Rolle. Die Art wird auch häufig in der Verhaltensforschung eingesetzt, da sie ein gut untersuchtes und leicht zu haltendes Studienobjekt ist.
Quellen
- FishBase: Amatitlania nigrofasciata – fishbase.se
- Seriously Fish: Amatitlania nigrofasciata – seriouslyfish.com
- Wisenden, B. D. (1995): Reproductive behaviour of free-ranging convict cichlids. Environmental Biology of Fishes, 43(2), 121–134.
- IUCN Red List: Amatitlania nigrofasciata – iucnredlist.org
- Schmitter-Soto, J. J. (2007): A systematic revision of the genus Archocentrus. Zootaxa, 1603, 1–78.
