Der Juwelen-Doktorfisch ist einer der seltensten und teuersten Aquarienfische der Welt. Mit seinem samtschwarzen Körper, der mit hunderten leuchtend weißer Punkte übersät ist, und seiner extrem begrenzten Verbreitung im westlichen Indischen Ozean erreicht er Handelspreise von 800 bis über 3.000 Euro.
| Wissenschaftlicher Name | Zebrasoma gemmatum |
| Ordnung | Doktorfischartige (Acanthuriformes) |
| Familie | Doktorfische (Acanthuridae) |
| Gattung | Zebrasoma |
| Größe | 18–22 cm |
| Lebenserwartung | 10–15 Jahre |
| Verbreitung | Westlicher Indischer Ozean (Mauritius, Réunion, Mosambik, Madagaskar) |
| Lebensraum | Felsige Riffe, Korallenriffe in tieferem Wasser |
| Schutzstatus | Unzureichende Datenlage (DD) – IUCN |
| Aquarium | ab 500 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| Salinität | 1,023–1,025 |
Beschreibung & Aussehen
Der Juwelen-Doktorfisch erreicht eine Körperlänge von 18–22 cm und besitzt die für Zebrasoma typische hochrückige, scheibenförmige Körperform mit der markant verlängerten Schnauze. Die Grundfärbung ist ein tiefes, samtiges Schwarz, das mit hunderten leuchtend weißer Punkte übersät ist – ein Muster, das an einen Sternenhimmel erinnert und ihm den Namen „Gem Tang" (Juwelen-Doktorfisch) eingebracht hat.
Die Schwanzflosse ist leuchtend gelb – ein auffälliger Kontrast zum schwarzen Körper. Die Rücken- und Afterflosse sind ebenfalls schwarz mit weißen Punkten und verleihen dem Fisch eine imposante Körperhöhe. Wie alle Doktorfische besitzt er einen scharfen, skalpellartigen Dorn an der Schwanzwurzel, der zur Verteidigung eingesetzt werden kann. Es gibt keinen äußerlich sichtbaren Geschlechtsdimorphismus.
Verbreitung & Lebensraum
Du findest den Juwelen-Doktorfisch ausschließlich im westlichen Indischen Ozean, mit einem sehr begrenzten Verbreitungsgebiet um Mauritius, Réunion, Mosambik und Madagaskar. Diese extrem eingeschränkte Verbreitung ist einer der Hauptgründe für seine Seltenheit und den hohen Preis im Aquarienhandel.
Die Tiere bewohnen felsige Riffe und Korallenriffe in Tiefen von 10–60 Metern. Sie bevorzugen strömungsreiche Bereiche mit reichem Algenbewuchs. Im Vergleich zu anderen Zebrasoma-Arten lebt der Juwelen-Doktorfisch tendenziell in tieferen Wasserschichten, was die Sammlung für den Aquarienhandel zusätzlich erschwert.
Lebensweise & Verhalten
Der Juwelen-Doktorfisch ist tagaktiv und verbringt den Großteil des Tages mit dem Abweiden von Algen auf Fels- und Korallenoberflächen. Wie andere Zebrasoma-Arten ist er territorial und verteidigt sein Nahrungsrevier gegen Artgenossen und andere algenfressende Fische.
Trotz seiner Seltenheit zeigt er das für Doktorfische typische Verhalten: Er ist ein ausdauernder Schwimmer, der große Bereiche des Riffs nach Algenbewuchs absucht. Bei Gefahr kann er den scharfen Schwanzstachel aufstellen und als Waffe einsetzen. In der Natur lebt er meist einzeln oder in kleinen, lockeren Gruppen.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Juwelen-Doktorfisch hauptsächlich von Fadenalgen und Aufwuchs, den er mit seiner verlängerten Schnauze von Fels- und Korallenoberflächen abweidet. Ergänzend frisst er auch Detritus und kleine Wirbellose.
Im Aquarium akzeptiert er eine breite Palette pflanzlicher und tierischer Kost: Algenblätter (Nori), Spirulina-Granulat, Frostfutter wie Artemia und Mysis sowie hochwertiges Trockenfutter. Eine überwiegend pflanzliche Ernährung ist wichtig für die Gesundheit und die Farbintensität. Füttere zwei- bis dreimal täglich und biete regelmäßig Nori-Algen zum Abweiden an.
Fortpflanzung
Über die Fortpflanzung des Juwelen-Doktorfischs in der Natur ist wenig bekannt. Wie andere Zebrasoma-Arten laichen die Tiere vermutlich paarweise in der Dämmerung, wobei Eier und Spermien ins freie Wasser abgegeben werden.
Im Aquarium wurde die Fortpflanzung bisher nicht dokumentiert. Angesichts der erfolgreichen Zucht anderer Zebrasoma-Arten (insbesondere Z. flavescens) bestehen jedoch Hoffnungen, dass auch der Juwelen-Doktorfisch in Zukunft nachgezüchtet werden kann. Dies wäre für den Artenschutz und die nachhaltige Aquaristik von großer Bedeutung.
Haltung im Aquarium
Der Juwelen-Doktorfisch benötigt ein Riffaquarium ab 500 Litern mit viel freiem Schwimmraum und reichlich Lebendgestein zum Algenbeweiden. Die Einrichtung sollte stabile Steinaufbauten mit Höhlen und Spalten als Rückzugsmöglichkeit bieten. Der Fisch ist riffkompatibel und lässt Korallen in der Regel unbehelligt.
Halte nur ein einzelnes Exemplar, da Artgenossen und ähnlich gefärbte Doktorfische bekämpft werden. Die Vergesellschaftung mit anderen, nicht zu ähnlichen Fischarten ist möglich, wobei der Juwelen-Doktorfisch durchaus dominant auftreten kann.
Angesichts seines extrem hohen Preises (800–3.000+ Euro) sollte die Anschaffung wohl überlegt sein. Stabile Wasserwerte, eine hervorragende Wasserqualität und eine abwechslungsreiche, überwiegend pflanzliche Ernährung sind entscheidend. Die Wassertemperatur sollte stabil bei 24–27 °C gehalten werden. Der Fisch ist bei guter Pflege langlebig und robust.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Juwelen-Doktorfisch wird von der IUCN als „Data Deficient" (unzureichende Datenlage) eingestuft, da über seine Populationsgröße und Bestandstrends zu wenig bekannt ist. Das extrem begrenzte Verbreitungsgebiet macht die Art jedoch potenziell anfällig für Lebensraumverlust und Übersammlung.
Die hohe Nachfrage und die extremen Preise im Aquarienhandel könnten einen Anreiz für übermäßige Sammelaktivitäten schaffen. Eine nachhaltige Bewirtschaftung und idealerweise die Entwicklung von Nachzuchtprogrammen sind für den langfristigen Erhalt der Art wichtig. Verantwortungsvolle Aquarianer sollten auf die Herkunft ihrer Tiere achten und möglichst Nachzuchten bevorzugen, sobald diese verfügbar sind.
Quellen
- FishBase: Zebrasoma gemmatum – fishbase.se
- IUCN Red List: Zebrasoma gemmatum – iucnredlist.org
- Randall, J. E. (2001): Surgeonfishes of the World. Mutual Publishing.
- Coral Magazine: The Gem Tang – coral-magazine.com
- Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): World Atlas of Marine Fishes. IKAN-Unterwasserarchiv.
