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Zierbuntbarsch (Laetacara dorsigera)

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Zierbuntbarsch (Laetacara dorsigera)

Bildquelle: JuanCarlosPalauDiaz / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Zierbuntbarsch ist ein friedlicher, farbenprächtiger Zwergbuntbarsch aus Südamerika. Seine namensgebende rote Brustfärbung, die besonders bei den Männchen in Stimmungsfarben leuchtet, macht ihn zu einem attraktiven Aquarienbewohner. Er eignet sich hervorragend für bepflanzte Gesellschaftsaquarien.

Der Zierbuntbarsch ist ein friedlicher, farbenprächtiger Zwergbuntbarsch aus Südamerika. Seine namensgebende rote Brustfärbung, die besonders bei den Männchen in Stimmungsfarben leuchtet, macht ihn zu einem attraktiven Aquarienbewohner. Er eignet sich hervorragend für bepflanzte Gesellschaftsaquarien.

Steckbrief: Zierbuntbarsch (Laetacara dorsigera)
Wissenschaftlicher NameLaetacara dorsigera
OrdnungBuntbarschartige (Cichliformes)
FamilieBuntbarsche (Cichlidae)
GattungLaetacara
Größe6–8 cm
Gewicht5–12 g
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungSüdamerika (Paraguay-Becken, Argentinien, Brasilien, Bolivien)
LebensraumLangsam fließende Gewässer, Überschwemmungsgebiete, pflanzenreiche Uferbereiche
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 60 Liter
Temperatur24–28 °C
pH-Wert5,5–7,0
Wasserhärte2–12 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Zierbuntbarsch erreicht eine Körperlänge von 6–8 cm und besitzt einen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper. Die Grundfärbung ist olivgrün bis bräunlich mit einem charakteristischen roten bis orangefarbenen Fleck auf der Brust und dem Bauch – besonders intensiv bei dominanten Männchen. Ein dunkler Seitenfleck und gelegentliche dunkle Querbinden sind je nach Stimmung sichtbar.

Die Flossen sind teilweise rötlich bis bläulich schimmernd. Männchen werden etwas größer als Weibchen und entwickeln leicht ausgezogene Rücken- und Afterflossenspitzen. Weibchen zeigen während der Brutzeit eine besonders intensive Rotfärbung an Brust und Bauch. Die Iris ist oft rötlich gefärbt, was dem Fisch einen besonders attraktiven Blick verleiht.

Verbreitung & Lebensraum

Der Zierbuntbarsch kommt im Einzugsgebiet des Paraguay-Flusses vor und ist in Paraguay, dem Süden Brasiliens, Nordargentinien und Bolivien verbreitet. Sein Lebensraum umfasst langsam fließende Gewässer, saisonale Überschwemmungsflächen und pflanzenreiche Uferbereiche von Bächen und Flüssen.

In der Natur lebt er in relativ weichem, leicht saurem Wasser mit dichten Pflanzenbeständen und einer Schicht aus Falllaub am Boden. Die Gewässer sind oft tannin-gefärbt und bieten dem Fisch Schutz vor Fressfeinden. Die Wassertemperaturen in seinem Verbreitungsgebiet schwanken saisonbedingt, können im Süden des Areals aber auch kühlere Phasen umfassen.

Lebensweise & Verhalten

Der Zierbuntbarsch gehört zu den friedlichsten Buntbarschen überhaupt und eignet sich dadurch hervorragend für Gesellschaftsaquarien. Außerhalb der Brutzeit ist er gegenüber Artgenossen und anderen Fischen sehr verträglich. Die Tiere leben in lockeren Gruppen und zeigen kein ausgeprägtes Revierverhalten.

Während der Brutzeit bilden sich feste Paare, die ein kleines Revier um den Laichplatz verteidigen. Die Aggressivität hält sich dabei im Vergleich zu anderen Buntbarschen in Grenzen und beschränkt sich meist auf Drohgebärden. Der Zierbuntbarsch ist ein eher ruhiger, bedächtiger Schwimmer, der bevorzugt die unteren und mittleren Wasserschichten nutzt.

Ernährung

Der Zierbuntbarsch ist ein Allesfresser, der in der Natur kleine Wirbellose, Insektenlarven, Krebstiere und organisches Material frisst. Im Aquarium nimmt er alle gängigen Futtersorten an – Flockenfutter, feines Granulat, Frost- und Lebendfutter wie Artemia, Daphnien und Mückenlarven.

Für eine optimale Farbentwicklung solltest du regelmäßig proteinreiches Lebend- oder Frostfutter anbieten. Die rote Brustfärbung wird durch carotinoidhaltiges Futter wie Artemia und Cyclops besonders intensiviert. Füttere mehrmals täglich kleine Portionen, um den natürlichen Fressrhythmus nachzuahmen.

Fortpflanzung

Die Zucht des Zierbuntbarsches gelingt im Aquarium gut. Die Art ist ein Offenbrüter, der die Eier bevorzugt auf flachen Steinen, Blättern oder Holzwurzeln ablegt. Beide Elterntiere beteiligen sich an der Brutpflege und bewachen das Gelege gemeinsam. Ein Gelege umfasst 100–300 kleine, ovale Eier.

Die Larven schlüpfen nach 2–3 Tagen und werden von den Eltern in vorbereitete Gruben im Sand umgebettet. Nach weiteren 4–5 Tagen schwimmen die Jungfische frei und werden von beiden Elterntieren betreut. Die Aufzucht gelingt mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien und feinem Staubfutter. Die Brutpflege ist weniger aggressiv als bei vielen anderen Buntbarschen, was die Art besonders gesellschaftsaquarientauglich macht.

Haltung im Aquarium

Für ein Paar Zierbuntbarsche eignet sich bereits ein Aquarium ab 60 Litern. Die Einrichtung sollte dicht bepflanzt sein und Verstecke aus Wurzeln, Steinen und Laub bieten. Ein dunkler, sandiger Bodengrund und eine gedämpfte Beleuchtung durch Schwimmpflanzen entsprechen dem natürlichen Lebensraum und lassen die Farben besonders gut zur Geltung kommen.

Die Wasserwerte sollten weich bis mittelhart sein: Temperatur 24–28 °C, pH 5,5–7,0, Gesamthärte 2–12 °dGH. Die Zugabe von Torf oder Erlenzapfen zur leichten Huminstoff-Anreicherung wird gut vertragen und fördert das Wohlbefinden.

Die Vergesellschaftung gelingt hervorragend mit friedlichen Salmlern, Panzerwelsen, Otocinclus und Bärblingen. Vermeide aggressive oder zu große Beifische, die den friedlichen Zierbuntbarsch stressen könnten. Die Art eignet sich auch gut für ein Südamerika-Gesellschaftsbecken mit anderen friedlichen Cichliden wie Schmetterlingsbuntbarschen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Zierbuntbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet relativ häufig und anpassungsfähig. Lokale Bedrohungen bestehen durch Habitatzerstörung und Wasserverschmutzung, insbesondere durch die landwirtschaftliche Nutzung der Überschwemmungsgebiete.

Im Aquarienhandel sind sowohl Wildfänge als auch Nachzuchten erhältlich. Die Art lässt sich gut in Gefangenschaft vermehren, sodass Nachzuchten zunehmend verfügbar werden. Ein nachhaltiger Aquarienhandel trägt zum Schutz der Wildpopulationen bei.

Quellen

  1. FishBase: Laetacara dorsigerafishbase.se
  2. Seriously Fish: Laetacara dorsigeraseriouslyfish.com
  3. Kullander, S.O. (2003): Family Cichlidae. In: Reis, R.E. et al. (eds.): Check List of the Freshwater Fishes of South and Central America. EDIPUCRS.
  4. IUCN Red List: Laetacara dorsigeraiucnredlist.org

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