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Ziersalmler (Hyphessobrycon rosaceus)

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Ziersalmler (Hyphessobrycon rosaceus)

Bildquelle: boban_nz / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Ziersalmler, auch Rosy Tetra genannt, ist ein zarter, rosafarbener Schwarmfisch aus den Waldbächen Südamerikas. Seine dezente Eleganz, die auffällig weiß-schwarz gezeichnete Rückenflosse und sein friedliches Wesen machen ihn zu einem idealen Bewohner für bepflanzte Gesellschaftsaquarien.

Der Ziersalmler, auch Rosy Tetra genannt, ist ein zarter, rosafarbener Schwarmfisch aus den Waldbächen Südamerikas. Seine dezente Eleganz, die auffällig weiß-schwarz gezeichnete Rückenflosse und sein friedliches Wesen machen ihn zu einem idealen Bewohner für bepflanzte Gesellschaftsaquarien.

Steckbrief: Ziersalmler (Hyphessobrycon rosaceus)
Wissenschaftlicher NameHyphessobrycon rosaceus
OrdnungSalmlerartige (Characiformes)
FamilieEchte Salmler (Characidae)
GattungHyphessobrycon
Größe3–4,5 cm
Gewicht1–3 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungSüdamerika (Guyana, Suriname, Brasilien)
LebensraumLangsam fließende Waldbäche, Überschwemmungsgebiete
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 60 Liter
Temperatur24–28 °C
pH-Wert5,5–7,5
Wasserhärte2–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Ziersalmler erreicht eine Körperlänge von 3–4,5 cm und besitzt einen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper – typisch für viele Hyphessobrycon-Arten. Die Grundfärbung ist ein zartes Rosarot bis Lachsfarben, das bei guter Pflege und im Schwarm besonders intensiv leuchtet. Ein dunkler Schulterfleck ist meist vorhanden und tritt bei Wohlbefinden hervor.

Besonders auffällig ist die Rückenflosse, die bei Männchen deutlich verlängert und sichelförmig ausgezogen ist. Sie trägt einen markanten weißen Vorderrand mit schwarzer Markierung dahinter – ein Erkennungsmerkmal der Art. Die Fettflosse ist rötlich gefärbt. Männchen sind schlanker und intensiver gefärbt als die rundlicheren Weibchen und zeigen die charakteristische verlängerte Rückenflosse als Zeichen von Dominanz.

Verbreitung & Lebensraum

Der Ziersalmler stammt aus dem nördlichen Südamerika und kommt in Guyana, Suriname und dem nördlichen Brasilien vor. Sein natürlicher Lebensraum umfasst langsam fließende Waldbäche und Überschwemmungsgebiete mit weichem, saurem und oft tanninfarbenem Wasser.

In der Natur lebt die Art in Schwärmen in pflanzen- und wurzelreichen Uferbereichen unter dem geschlossenen Blätterdach des tropischen Regenwaldes. Der Bodengrund ist mit Falllaub bedeckt, das dem Wasser Huminstoffe und Gerbsäuren abgibt und ihm eine bräunliche Färbung verleiht. Die Gewässer sind nährstoffarm und weisen eine geringe Leitfähigkeit auf.

Lebensweise & Verhalten

Der Ziersalmler ist ein friedlicher Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden sollte. Im Schwarm entwickelt sich eine interessante Sozialstruktur: Männchen zeigen imponierend ihre aufgestellten Rückenflossen und messen sich in ritualisierten Rangkämpfen, bei denen sie sich gegenseitig mit gespreizten Flossen umkreisen.

Die Art nutzt bevorzugt die mittlere Wasserzone und schwimmt in einem lockeren Schwarmverband durch das Aquarium. Der Ziersalmler ist tagaktiv und zeigt ein ruhiges, gelassenes Schwimmverhalten – er ist deutlich weniger hektisch als beispielsweise Zebrabärblinge. In gut bepflanzten Aquarien mit gedämpftem Licht fühlt er sich am wohlsten und zeigt seine schönsten Farben.

Ernährung

Der Ziersalmler ist ein anspruchsloser Allesfresser. In der Natur ernährt er sich von kleinen Insekten, Insektenlarven, Würmern und pflanzlichem Material, das ins Wasser fällt. Im Aquarium nimmt er alle gängigen Futtersorten an – feines Flockenfutter, Mikrogranulat und Frost- sowie Lebendfutter.

Für eine optimale Farbentwicklung und Gesundheit solltest du regelmäßig Lebendfutter wie Artemia, Daphnien und Cyclops anbieten. Aufgrund seiner geringen Größe bevorzugt der Ziersalmler feines Futter. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit gelegentlicher pflanzlicher Ergänzung fördert das Wohlbefinden und die Farbintensität.

Fortpflanzung

Die Zucht des Ziersalmlers gelingt in weichem, saurem Wasser (pH 5,5–6,5, GH unter 5 °dGH). Die Art ist ein Freilaicher, der die Eier zwischen feinfiedrigen Pflanzen oder Moos abgibt. Die Elterntiere betreiben keine Brutpflege und fressen bei Gelegenheit ihre eigenen Eier.

Ein Zuchtansatz besteht aus einem gut konditionierten Paar, das in ein separates Zuchtbecken mit Javamoos, Laichgitter und gedämpftem Licht gesetzt wird. Die Eier sind lichtempfindlich und sollten abgedunkelt werden. Die Larven schlüpfen nach 24–36 Stunden und schwimmen nach weiteren 3–4 Tagen frei. Die Aufzucht erfolgt zunächst mit Infusorien, dann mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien.

Haltung im Aquarium

Der Ziersalmler eignet sich ideal für bepflanzte Gesellschaftsaquarien ab 60 Litern. Die Einrichtung sollte dichte Pflanzengruppen mit freien Schwimmflächen kombinieren. Dunkler Bodengrund, Wurzeln und eine gedämpfte Beleuchtung durch Schwimmpflanzen schaffen eine naturnahe Atmosphäre, in der die roséfarbenen Fische besonders attraktiv wirken.

Die Wasserwerte sollten weich bis mittelhart sein: Temperatur 24–28 °C, pH 5,5–7,5, Gesamthärte 2–15 °dGH. Tannin-gefärbtes Wasser durch Erlenzapfen oder Torf wird gut vertragen und kommt dem natürlichen Lebensraum nahe.

Die Vergesellschaftung gelingt hervorragend mit anderen friedlichen Salmlern, Bärblingen, Panzerwelsen, Otocinclus und Zwergbuntbarschen. Vermeide große oder aggressive Beifische. Der Ziersalmler harmoniert besonders gut mit Roten Neons, Keilfleckbärblingen und Schmetterlingsbuntbarschen in einem südamerikanischen Biotop-Aquarium.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Ziersalmler wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet häufig und unterliegt keinen besonderen Schutzbestimmungen. Im Aquarienhandel sind ausschließlich Nachzuchten aus Zuchtfarmen in Südostasien und Osteuropa erhältlich.

Langfristige Bedrohungen für die Wildpopulationen bestehen durch die Abholzung des tropischen Regenwaldes und die damit verbundene Veränderung der Gewässerlebensräume. Der Schutz der tropischen Wälder kommt auch den Ziersalmlern und zahlreichen anderen aquatischen Arten zugute.

Quellen

  1. FishBase: Hyphessobrycon rosaceusfishbase.se
  2. Seriously Fish: Hyphessobrycon rosaceusseriouslyfish.com
  3. Géry, J. (1977): Characoids of the World. TFH Publications.
  4. IUCN Red List: Hyphessobrycon rosaceusiucnredlist.org
  5. Weitzman, S.H. & Palmer, L. (1997): A new species of Hyphessobrycon. Ichthyological Exploration of Freshwaters, 7(3–4), 209–242.

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