Der Zitronensalmler ist ein eleganter, durchscheinend gelber Schwarmfisch aus den Klarwasserbächen des brasilianischen Tapajós-Flusses. Sein Markenzeichen ist die brillant leuchtend rote Iris, die in Kombination mit der zitronengelben Körperfärbung einen wunderschönen Kontrast bildet.
| Wissenschaftlicher Name | Hyphessobrycon pulchripinnis |
| Ordnung | Salmlerartige (Characiformes) |
| Familie | Echte Salmler (Characidae) |
| Gattung | Hyphessobrycon |
| Größe | 3–5 cm |
| Gewicht | 1–3 g |
| Lebenserwartung | 5–8 Jahre |
| Verbreitung | Brasilien (Rio Tapajós, Amazonasbecken) |
| Lebensraum | Klare Waldbäche, langsam fließende Nebenflüsse |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 60 Liter |
| Temperatur | 23–28 °C |
| pH-Wert | 5,5–7,5 |
| Wasserhärte | 2–15 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Zitronensalmler erreicht eine Körperlänge von 3–5 cm und besitzt einen leicht hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper. Die Grundfärbung ist ein zartes, durchscheinendes Zitronengelb, das bei optimaler Haltung und Fütterung intensiver wird. Der Körper ist halbtransparent und schimmert je nach Lichteinfall goldgelb bis grünlich.
Das auffälligste Merkmal ist die brillant leuchtend rote obere Iriskante, die dem Fisch einen unverwechselbaren Blick verleiht. Die Rücken- und Afterflosse zeigen einen gelben Vorderrand mit einer schmalen schwarzen Linie dahinter. Die Fettflosse ist ebenfalls gelb mit schwarzer Spitze. Männchen sind schlanker und zeigen intensivere Farben als die rundlicheren Weibchen. Bei optimaler Haltung in einem eingefahrenen Aquarium mit weichem Wasser sind Zitronensalmler wahre Juwelen.
Verbreitung & Lebensraum
Der Zitronensalmler stammt aus dem Einzugsgebiet des Rio Tapajós im zentralen Brasilien, einem großen Klarwasserfluss im südlichen Amazonasbecken. Sein Lebensraum umfasst klare, langsam fließende Waldbäche und Nebenflüsse mit sandigem bis kiesigem Bodengrund.
Im Gegensatz zu vielen anderen Salmlerarten lebt der Zitronensalmler nicht in tanninfarbenem Schwarzwasser, sondern in relativ klarem Wasser. Die Gewässer sind weich und leicht sauer, mit dichter Ufervegetation und Falllaub am Boden. Die Wassertemperaturen liegen ganzjährig bei 24–28 °C. Der Rio Tapajós gehört zu den artenreichsten Flüssen Brasiliens und beherbergt zahlreiche endemische Fischarten.
Lebensweise & Verhalten
Der Zitronensalmler ist ein ausgesprochener Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden sollte. Im Schwarm zeigen die Fische ein harmonisches, synchrones Schwimmverhalten und die Farben werden deutlich intensiver als bei einzeln gehaltenen Tieren.
Die Art ist tagaktiv und nutzt bevorzugt die mittlere Wasserzone. Das Schwimmverhalten ist ruhig und elegant – weniger hektisch als bei vielen anderen Salmlerarten. Männchen zeigen gelegentlich ein Imponierverhalten mit gespreizten Flossen, das jedoch völlig harmlos ist. Der Zitronensalmler ist ein friedlicher, verträglicher Aquarienbewohner, der sich bestens für Gesellschaftsbecken eignet.
Ernährung
Der Zitronensalmler ist ein unkomplizierter Allesfresser. In der Natur ernährt er sich von kleinen Insekten, Insektenlarven, Zooplankton und pflanzlichem Material. Im Aquarium nimmt er feines Flockenfutter, Mikrogranulat und Frost- sowie Lebendfutter problemlos an.
Für eine optimale Farbentwicklung – insbesondere das leuchtende Gelb und die rote Iris – ist eine abwechslungsreiche Ernährung mit regelmäßigen Gaben von Artemia, Daphnien und Cyclops empfehlenswert. Carotinoidhaltiges Futter fördert die Farbintensität zusätzlich. Füttere mehrmals täglich kleine Portionen, da der Zitronensalmler einen schnellen Stoffwechsel hat.
Fortpflanzung
Die Zucht des Zitronensalmlers gelingt in weichem, saurem Wasser (pH 5,5–6,5, GH unter 5 °dGH) bei Temperaturen von 26–28 °C. Die Art ist ein typischer Freilaicher: Die Eier werden zwischen feinfiedrigen Pflanzen oder Moos abgelaicht und nicht weiter betreut. Die Elterntiere sind Laichräuber und sollten nach dem Ablaichen entfernt werden.
Die winzigen, durchsichtigen Eier sind lichtempfindlich und sollten abgedunkelt werden. Die Larven schlüpfen nach 24–36 Stunden und sind zunächst extrem klein. Die Aufzucht beginnt mit Infusorien und Staubfutter, nach etwa einer Woche können frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien angeboten werden. Die Jungtiere wachsen relativ langsam und entwickeln ihre typische Gelbfärbung erst nach einigen Wochen.
Haltung im Aquarium
Für einen Schwarm Zitronensalmler eignet sich ein Aquarium ab 60 Litern. Die Einrichtung sollte dichte Pflanzengruppen mit freien Schwimmflächen kombinieren. Ein dunkler Bodengrund und eine gedämpfte Beleuchtung durch Schwimmpflanzen lassen die gelbe Körperfärbung und die leuchtend rote Iris besonders eindrucksvoll zur Geltung kommen.
Die Wasserwerte sollten weich bis mittelhart sein: Temperatur 23–28 °C, pH 5,5–7,5, Gesamthärte 2–15 °dGH. Regelmäßige Wasserwechsel und eine gute Filterung sind wichtig, da die Art empfindlich auf Nitratbelastung reagiert.
Die Vergesellschaftung gelingt mit allen friedlichen, ähnlich großen Fischen – besonders harmonisch wirkt ein Schwarm Zitronensalmler zusammen mit Roten Neons oder Schwarzen Neons, die einen wunderschönen Farbkontrast bilden. Panzerwelse, Otocinclus und Zwergbuntbarsche sind ebenfalls ideale Beifische.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Zitronensalmler wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet häufig. Im Aquarienhandel sind fast ausschließlich Nachzuchten aus Zuchtfarmen erhältlich, sodass kein Druck auf die Wildpopulationen besteht.
Langfristige Bedrohungen für die Wildbestände ergeben sich aus der Goldgewinnung und Abholzung im Einzugsgebiet des Rio Tapajós, die zu Gewässerverschmutzung und Habitatzerstörung führen. Der Schutz des Tapajós-Ökosystems ist für den Erhalt zahlreicher endemischer Fischarten von großer Bedeutung.
Quellen
- FishBase: Hyphessobrycon pulchripinnis – fishbase.se
- Seriously Fish: Hyphessobrycon pulchripinnis – seriouslyfish.com
- Géry, J. (1977): Characoids of the World. TFH Publications.
- IUCN Red List: Hyphessobrycon pulchripinnis – iucnredlist.org
- Ahl, E. (1937): Beschreibung neuer Fische aus dem Amazonasgebiet. Zoologischer Anzeiger, 120, 276–281.
