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Zweibinden-Anemonenfisch (Amphiprion bicinctus)

4 Min. Lesezeit
Amphiprion bicinctus

Zusammenfassung

Der Zweibinden-Anemonenfisch ist der einzige Anemonenfisch des Roten Meeres und damit ein echter Endemit dieser faszinierenden Meeresregion. Mit seiner leuchtend orangegelben Grundfärbung und den zwei markanten weißen Querbinden ist er ein beliebter Bewohner im Meerwasseraquarium.

Der Zweibinden-Anemonenfisch ist der einzige Anemonenfisch des Roten Meeres und damit ein echter Endemit dieser faszinierenden Meeresregion. Mit seiner leuchtend orangegelben Grundfärbung und den zwei markanten weißen Querbinden ist er ein beliebter Bewohner im Meerwasseraquarium.

Steckbrief: Zweibinden-Anemonenfisch (Amphiprion bicinctus)
Wissenschaftlicher NameAmphiprion bicinctus
OrdnungBarschartige (Perciformes)
FamilieRiffbarsche (Pomacentridae)
GattungAmphiprion
Größe10–14 cm
Gewicht15–40 g
Lebenserwartung10–15 Jahre
VerbreitungRotes Meer, Golf von Aden (endemisch)
LebensraumKorallenriffe, Anemonen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 200 Liter
Temperatur24–27 °C
pH-Wert8,1–8,4
Wasserhärte7–11 °dKH
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Der Zweibinden-Anemonenfisch erreicht eine Körperlänge von 10–14 cm und ist damit einer der größeren Anemonenfische. Die Grundfärbung ist ein leuchtendes Orangegelb bis Dunkelorange, das sich zum Bauch hin aufhellt. Namensgebend sind die zwei markanten weißen Querbinden – eine direkt hinter dem Auge und eine in der Körpermitte. Jungtiere zeigen manchmal eine dritte Binde am Schwanzstiel, die mit zunehmendem Alter verschwindet.

Die Flossen sind dunkel orangebraun bis schwärzlich gesäumt. Wie bei allen Anemonenfischen besteht ein protandrischer Hermaphroditismus: Alle Tiere werden als Männchen geboren, und das dominante Tier einer Gruppe wandelt sich zum Weibchen um. Das Weibchen ist stets der größte Fisch der Gruppe.

Verbreitung & Lebensraum

Der Zweibinden-Anemonenfisch ist im Roten Meer und im Golf von Aden endemisch – das bedeutet, er kommt nirgendwo sonst auf der Welt vor. Diese eingeschränkte Verbreitung macht ihn zu einer besonders wertvollen Art. Er bewohnt Korallenriffe in Tiefen von 1–30 Metern und lebt in Symbiose mit verschiedenen Anemonen-Arten.

Im Roten Meer ist er der einzige vorkommende Anemonenfisch. Er geht Symbiosen mit der Blasenanemone (Entacmaea quadricolor), der Lederanemone (Heteractis crispa) und der Prachtanemone (Heteractis magnifica) ein. Die Anemone bietet dem Fisch Schutz vor Fressfeinden, während der Fisch die Anemone vor Fressfeinden schützt und sie mit Nahrungsresten versorgt.

Lebensweise & Verhalten

Der Zweibinden-Anemonenfisch lebt in kleinen Gruppen von einem dominanten Weibchen, einem fortpflanzungsfähigen Männchen und mehreren untergeordneten, geschlechtsunreifen Jungtieren. Das Weibchen ist der größte und dominanteste Fisch der Gruppe. Stirbt das Weibchen, wandelt sich das ranghöchste Männchen zum neuen Weibchen um.

Die Tiere verteidigen ihre Anemone aggressiv gegen Eindringlinge, auch gegen deutlich größere Fische und sogar gegen Taucher. Ihr mutiges Verhalten ist für Taucher im Roten Meer ein vertrauter Anblick. Der Zweibinden-Anemonenfisch entfernt sich selten weiter als 30 cm von seiner Wirtsanemone.

Die Schleimschicht des Anemonenfisches enthält spezielle Substanzen, die ihn vor den Nesselzellen der Anemone schützen. Neue Anemonenfische müssen sich langsam an eine Anemone gewöhnen, indem sie sich vorsichtig berühren und den Schutzschleim aufbauen.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Zweibinden-Anemonenfisch von Zooplankton, Algen und kleinen Wirbellosen. Er fängt Plankton aus dem vorbeiströmenden Wasser und pickt Algen von den Korallen in der Nähe seiner Anemone. Die Nahrungsreste, die er fallen lässt, kommen seiner Wirtsanemone zugute.

Im Aquarium ist die Fütterung unkompliziert. Der Zweibinden-Anemonenfisch nimmt alle gängigen Meerwasserfuttersorten an – Flocken, Granulat, Frostfutter (Artemia, Mysis, Krill) und gelegentlich Norialgen. Füttere zwei- bis dreimal täglich kleine Portionen. Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert die Farbintensität und Vitalität.

Fortpflanzung

Die Zucht des Zweibinden-Anemonenfisches gelingt erfahrenen Meerwasseraquarianern. Das Paar reinigt eine flache Stelle in der Nähe der Anemone als Laichsubstrat – oft einen Stein oder Korallenbruchstück. Das Weibchen legt 200–500 orangefarbene Eier ab, die vom Männchen befruchtet und anschließend bewacht werden.

Das Männchen betreibt intensive Brutpflege: Es befächelt die Eier mit frischem Wasser und entfernt unbefruchtete oder verpilzte Eier. Die Larven schlüpfen nach 6–8 Tagen, typischerweise kurz nach Einbruch der Dunkelheit. Die pelagischen Larven müssen mit Rädertierchen und anschließend mit Artemia-Nauplien aufgezogen werden – ein anspruchsvolles, aber lohnendes Unterfangen.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung des Zweibinden-Anemonenfisches benötigst du ein Meerwasseraquarium ab 200 Litern mit stabiler Wasserchemie. Die Temperatur sollte bei 24–27 °C liegen, der Salzgehalt bei 1,023–1,026 und der pH-Wert bei 8,1–8,4. Eine gute Riffbeleuchtung und Strömung sind wichtig.

Eine Wirtsanemone ist zwar nicht zwingend erforderlich, wird aber dringend empfohlen, da sie dem Fisch Sicherheit gibt und sein natürliches Verhalten fördert. Blasenanemonen (Entacmaea quadricolor) werden besonders gut angenommen. Halte den Zweibinden-Anemonenfisch am besten als Paar oder Einzeltier.

Die Vergesellschaftung gelingt mit den meisten friedlichen Riffbewohnern. Vermeide andere Anemonenfischarten im selben Becken, da es zu heftigen Revierkämpfen kommen kann. Gut geeignete Beifische sind Doktorfische, Lippfische, Grundeln und Kardinalbarsche.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Zweibinden-Anemonenfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Dennoch ist er als Endemit des Roten Meeres besonders schützenswert. Die Hauptbedrohungen sind die Korallenbleiche durch steigende Wassertemperaturen, die auch die Wirtsanemonen betrifft, sowie der Aquarienfischfang.

Im Aquarienhandel sind zunehmend Nachzuchten erhältlich, was den Druck auf die Wildpopulationen verringert. Nachgezüchtete Exemplare sind zudem robuster und besser an Aquarienbedingungen angepasst als Wildfänge. Wenn du diese Art halten möchtest, bevorzuge stets Nachzuchten.

Quellen

  1. FishBase: Amphiprion bicinctusfishbase.se
  2. Fautin, D.G. & Allen, G.R. (1997): Anemone Fishes and Their Host Sea Anemones. Western Australian Museum.
  3. IUCN Red List: Amphiprion bicinctusiucnredlist.org
  4. Randall, J.E. (1983): Red Sea Reef Fishes. IMMEL Publishing.
  5. Allen, G.R. (1991): Damselfishes of the World. Mergus Publishers.

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