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Zweifarben-Zwergkaiserfisch (Centropyge bicolor)

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Centropyge bicolor

Zusammenfassung

Der Zweifarben-Zwergkaiserfisch ist einer der auffälligsten Meerwasserfische überhaupt: Die vordere Körperhälfte leuchtet in sattem Gelb, die hintere in tiefem Blau – eine perfekte Zweiteilung, die ihm den Namen einbrachte. Trotz seiner Schönheit gilt er als etwas anspruchsvoll in der Haltung.

Der Zweifarben-Zwergkaiserfisch ist einer der auffälligsten Meerwasserfische überhaupt: Die vordere Körperhälfte leuchtet in sattem Gelb, die hintere in tiefem Blau – eine perfekte Zweiteilung, die ihm den Namen einbrachte. Trotz seiner Schönheit gilt er als etwas anspruchsvoll in der Haltung.

Steckbrief: Zweifarben-Zwergkaiserfisch (Centropyge bicolor)
Wissenschaftlicher NameCentropyge bicolor
OrdnungBarschartige (Perciformes)
FamilieKaiserfische (Pomacanthidae)
GattungCentropyge
Größe10–15 cm
Gewicht20–50 g
Lebenserwartung8–12 Jahre
VerbreitungIndopazifik (Ostafrika bis Samoa, Japan bis Australien)
LebensraumKorallenriffe, Lagunen, äußere Riffhänge
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 200 Liter
Temperatur24–27 °C
pH-Wert8,1–8,4
Wasserhärte7–11 °dKH
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Der Zweifarben-Zwergkaiserfisch erreicht eine Körperlänge von 10–15 cm und zeigt eine der markantesten Farbmuster aller Meerwasserfische: Die vordere Körperhälfte einschließlich Kopf und Brust ist leuchtend gelb, die hintere Hälfte einschließlich Schwanzflosse ist tiefblau bis dunkelviolett. Die Grenze zwischen den beiden Farben verläuft scharf und fast senkrecht über den Körper.

Ein auffälliger blauer Querstreifen zieht sich über die Stirn und durch die Augen. Die Rückenflosse ist an der Basis gelb und wird nach hinten blau. Der Gesamteindruck ist unverwechselbar – kein anderer Meerwasserfisch zeigt eine derart perfekte zweifarbige Teilung. Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden.

Verbreitung & Lebensraum

Der Zweifarben-Zwergkaiserfisch ist im tropischen Indopazifik weit verbreitet – von Ostafrika über den Indischen Ozean bis zu den pazifischen Inseln, nördlich bis Japan und südlich bis Australien. Er bewohnt Korallenriffe, Lagunen und äußere Riffhänge in Tiefen von 5–25 Metern.

In der Natur lebt die Art einzeln oder in kleinen Harems (ein Männchen mit mehreren Weibchen) in der Nähe von Korallenformationen mit vielen Versteckmöglichkeiten. Der Fisch ist eng an intakte Riffstrukturen gebunden und meidet offene Sandflächen. Besonders häufig ist er an Außenriffen mit starker Strömung und klarem Wasser.

Lebensweise & Verhalten

Der Zweifarben-Zwergkaiserfisch ist ein tagaktiver Fisch, der den Großteil des Tages mit der Nahrungssuche an Korallen und Rifffelsen verbringt. Er ist relativ scheu und zieht sich bei Gefahr schnell in Spalten und Höhlen zurück. Im Aquarium kann er anfangs zurückhaltend sein, gewöhnt sich aber mit der Zeit an seinen Pfleger.

Die Art ist wie alle Centropyge-Arten ein protogynischer Hermaphrodit: Alle Tiere werden zunächst als Weibchen geboren, und das dominante Tier einer Gruppe wandelt sich zum Männchen um. Im Aquarium solltest du nur ein Exemplar pro Becken halten, es sei denn, das Aquarium ist sehr groß (ab 500 Litern). Gegenüber Artgenossen und ähnlich gefärbten Fischen kann er aggressiv werden.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Zweifarben-Zwergkaiserfisch hauptsächlich von Algen, Schwämmen, Seescheiden und kleinen Wirbellosen, die er von Korallenoberflächen abweidet. Diese spezialisierte Ernährung macht die Eingewöhnung im Aquarium manchmal schwierig.

Im Aquarium solltest du eine abwechslungsreiche Mischung aus Algen (Nori, Spirulina), Frostfutter (Artemia, Mysis), speziellem Zwergkaiserfisch-Futter und angereichertem Futter anbieten. Die Fütterung sollte mehrmals täglich in kleinen Portionen erfolgen, da die Art in der Natur den ganzen Tag über Nahrung aufnimmt. Ein gut eingelaufenes Becken mit natürlichem Algenaufwuchs erleichtert die Eingewöhnung erheblich.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung des Zweifarben-Zwergkaiserfisches im Aquarium ist bisher nur selten gelungen. In der Natur laichen die Tiere in der Dämmerung: Das Paar steigt gemeinsam in einer Spirale zur Wasseroberfläche auf und gibt Eier und Spermien ins freie Wasser ab. Die winzigen, pelagischen Eier treiben mit der Strömung davon.

Die Larvenaufzucht ist extrem schwierig, da die Larven winzig sind und spezialisiertes Plankton als Erstnahrung benötigen. Bisher ist die kommerzielle Nachzucht nicht etabliert, sodass die meisten Exemplare im Handel Wildfänge sind. Einzelne Erfolge bei der Zucht wurden in spezialisierten Zuchtanlagen erzielt.

Haltung im Aquarium

Der Zweifarben-Zwergkaiserfisch benötigt ein gut eingelaufenes Meerwasseraquarium ab 200 Litern mit viel lebendem Gestein und natürlichem Algenaufwuchs. Die Wassertemperatur sollte bei 24–27 °C liegen, der Salzgehalt bei 1,023–1,026 und der pH-Wert bei 8,1–8,4. Exzellente Wasserqualität ist unerlässlich.

Die Art gilt als etwas empfindlich und ist nicht unbedingt für Anfänger geeignet. Die Eingewöhnung kann schwierig sein, da viele Exemplare zunächst das Fressen verweigern. Ein gut eingelaufenes Becken mit reichlich Algenaufwuchs auf dem Lebendgestein erleichtert diesen Prozess erheblich.

Vorsicht ist bei der Riffaquarienhaltung geboten: Wie viele Zwergkaiserfische kann auch der Bicolor an Korallen und Tridacna-Muscheln knabbern. In reinen Fischbecken oder in Riffaquarien mit robusten Korallen ist die Haltung unproblematischer. Die Vergesellschaftung gelingt mit friedlichen Riffbewohnern, aber vermeide andere Zwergkaiserfische.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Zweifarben-Zwergkaiserfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im gesamten Indopazifik häufig und unterliegt keinen besonderen Schutzbestimmungen. Die Hauptbedrohung ist die Zerstörung von Korallenriffen durch Klimawandel und menschliche Aktivitäten.

Im Aquarienhandel stammen die meisten Exemplare aus Wildfängen, da eine kommerzielle Nachzucht bisher nicht etabliert ist. Ein nachhaltiger Fischfang mit umweltverträglichen Methoden ist daher besonders wichtig für den Erhalt der Wildpopulationen.

Quellen

  1. FishBase: Centropyge bicolorfishbase.se
  2. Allen, G.R., Steene, R. & Allen, M. (1998): A Guide to Angelfishes and Butterflyfishes. Odyssey Publishing.
  3. IUCN Red List: Centropyge bicoloriucnredlist.org
  4. Debelius, H. & Kuiter, R.H. (2006): World Atlas of Marine Fishes. IKAN-Unterwasserarchiv.
  5. Michael, S.W. (2004): Angelfishes and Butterflyfishes. TFH Publications.

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