Der Zweifleck-Kardinalbarsch ist ein nachtaktiver Schwarmfisch mit fünf markanten Längsstreifen und einem charakteristischen dunklen Fleck an der Schwanzwurzel. Als Maulbrüter zeigt er eine faszinierende Brutpflege, bei der das Männchen die Eier im Maul austrägt.
| Wissenschaftlicher Name | Cheilodipterus quinquelineatus |
| Ordnung | Barschverwandte (Perciformes) |
| Familie | Kardinalbarsche (Apogonidae) |
| Gattung | Cheilodipterus |
| Größe | 8–12 cm |
| Lebenserwartung | 4–6 Jahre |
| Verbreitung | Indopazifik (Rotes Meer bis Australien, Japan bis Mikronesien) |
| Lebensraum | Korallenriffe, Höhlen, Überhänge, Lagunen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 150 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| Salinität | 1,023–1,025 |
Beschreibung & Aussehen
Der Zweifleck-Kardinalbarsch erreicht eine Körperlänge von 8–12 cm und besitzt einen leicht gestreckten, seitlich abgeflachten Körper. Namensgebend – trotz des deutschen Namens „Zweifleck" – sind die fünf dunklen Längsstreifen auf silbrigem bis rosafarbenem Grund, die dem Fisch seinen wissenschaftlichen Artnamen „quinquelineatus" (fünflinig) geben. Am Ansatz der Schwanzflosse befindet sich ein markanter dunkler Fleck.
Der Kopf ist relativ groß mit einem breiten, oberständigen Maul – eine Anpassung an die Maulbrut-Brutpflege. Die großen Augen sind an die nachtaktive Lebensweise angepasst und reflektieren im Licht rötlich. Die Flossen sind transparent bis leicht gelblich. Männchen und Weibchen sind äußerlich schwer zu unterscheiden.
Verbreitung & Lebensraum
Du findest den Zweifleck-Kardinalbarsch im gesamten Indopazifik, vom Roten Meer und der ostafrikanischen Küste über den Indischen Ozean bis nach Japan, Australien und Mikronesien. Er bewohnt Korallenriffe in Tiefen von 1–40 Metern.
Tagsüber versammeln sich die Tiere in kleinen Gruppen in Höhlen, unter Überhängen und zwischen den Stacheln von Seeigeln (insbesondere Diadema-Seeigeln). Sie bevorzugen geschützte Bereiche des Riffs mit ausreichend Versteckmöglichkeiten. Nachts verlassen sie ihre Tagesverstecke und jagen über dem Riff nach Nahrung.
Lebensweise & Verhalten
Der Zweifleck-Kardinalbarsch ist streng nachtaktiv. Tagsüber steht er in kleinen Gruppen in Höhlen oder zwischen Seeigel-Stacheln und ist nahezu regungslos. In der Dämmerung werden die Tiere aktiv und schwärmen über das Riff, um nach Nahrung zu suchen.
Die Art ist sozial und lebt in kleinen Gruppen von 5–15 Individuen. Innerhalb der Gruppe besteht eine lockere Rangordnung. Gegenüber anderen Fischarten sind die Tiere friedlich und zurückhaltend. Ihr großes Maul und die großen Augen sind perfekte Anpassungen an ihre Lebensweise als nachtaktive Räuber.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Zweifleck-Kardinalbarsch nachts von Zooplankton, kleinen Krebstieren und Fischlarven. Er ist ein Stoßjäger, der seine Beute durch plötzliches Aufreißen des großen Mauls einsaugt.
Im Aquarium passt sich der Fisch schnell an und frisst auch tagsüber. Er akzeptiert Frostfutter wie Artemia, Mysis und Cyclops sowie feines Granulat. Füttere zwei- bis dreimal täglich kleine Portionen. Eine Fütterung in der Dämmerung oder bei reduzierter Beleuchtung kommt dem natürlichen Verhalten entgegen und fördert die Aktivität.
Fortpflanzung
Der Zweifleck-Kardinalbarsch ist ein Maulbrüter. Nach der Paarung nimmt das Männchen das befruchtete Eipaket ins Maul und brütet es dort über einen Zeitraum von 7–10 Tagen aus. Während dieser Zeit frisst das Männchen nicht und bewegt die Eier regelmäßig im Maul, um sie mit frischem Wasser zu versorgen.
Die Larven schlüpfen voll entwickelt und werden vom Männchen freigelassen. Sie sind sofort selbstständig und beginnen mit der Jagd auf winziges Plankton. Im Aquarium wurde die Fortpflanzung mehrfach beobachtet, und die Aufzucht der Larven ist mit geeignetem Lebendfutter (Rädertierchen, Copepoden-Nauplien) möglich.
Haltung im Aquarium
Der Zweifleck-Kardinalbarsch eignet sich für Riffaquarien ab 150 Litern und sollte als Gruppe von mindestens 3–5 Tieren gehalten werden. Die Einrichtung muss Höhlen und Überhänge als Tagesverstecke bieten. Der Fisch ist vollständig riffkompatibel und lässt Korallen und Wirbellose unbehelligt.
Die Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Riffbewohnern ist problemlos. Aggressive oder sehr schnelle Fische können die zurückhaltenden Kardinalbarsche stressen. Eine Mondlichtbeleuchtung ermöglicht dir, das faszinierende Nachtverhalten der Tiere zu beobachten.
Die Wassertemperatur sollte bei 24–27 °C liegen. Der Fisch ist robust und pflegeleicht und eignet sich gut für Einsteiger. Das faszinierende Maulbrüterverhalten des Männchens ist ein besonderes Erlebnis, das im Aquarium regelmäßig beobachtet werden kann.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Zweifleck-Kardinalbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im Indopazifik weit verbreitet und in vielen Riffhabitaten häufig. Lokale Bedrohungen bestehen durch Korallenriffzerstörung und den Verlust von Seeigel-Populationen, die als Tagesversteck dienen.
Für den Aquarienhandel werden die Tiere als Wildfänge importiert. Die Art ist im Handel gut verfügbar und preisgünstig. Nachzuchten sind vereinzelt erhältlich und sollten bevorzugt werden, um die Wildpopulationen zu schonen.
Quellen
- FishBase: Cheilodipterus quinquelineatus – fishbase.se
- IUCN Red List: Cheilodipterus quinquelineatus – iucnredlist.org
- Allen, G. R. & Erdmann, M. V. (2012): Reef Fishes of the East Indies. Tropical Reef Research.
- Lieske, E. & Myers, R. F. (2004): Korallenfische der Welt. Jahr Top Special Verlag.
- Randall, J. E. (2005): Reef and Shore Fishes of the South Pacific. University of Hawaii Press.
