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Zwerg-Kaiserfisch (Centropyge tibicen)

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Zwerg-Kaiserfisch (Centropyge tibicen)

Bildquelle: d3_plus / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Schlüsselloch-Zwergkaiserfisch ist einer der größten Vertreter der Gattung Centropyge. Sein dunkler, fast schwarzer Körper mit dem charakteristischen weißen Fleck – dem namensgebenden „Schlüsselloch" – auf der Körperseite macht ihn unverwechselbar. Er ist robust, aber aufgrund seiner Größe nicht für kleine Aquarien geeignet.

Der Schlüsselloch-Zwergkaiserfisch ist einer der größten Vertreter der Gattung Centropyge. Sein dunkler, fast schwarzer Körper mit dem charakteristischen weißen Fleck – dem namensgebenden „Schlüsselloch" – auf der Körperseite macht ihn unverwechselbar. Er ist robust, aber aufgrund seiner Größe nicht für kleine Aquarien geeignet.

Steckbrief: Zwerg-Kaiserfisch (Centropyge tibicen)
Wissenschaftlicher NameCentropyge tibicen
OrdnungBarschartige (Perciformes)
FamilieKaiserfische (Pomacanthidae)
GattungCentropyge
Größe12–19 cm
Gewicht30–80 g
Lebenserwartung8–12 Jahre
VerbreitungIndopazifik (Ostafrika bis Samoa, Japan bis Australien)
LebensraumKorallenriffe, Lagunen, Riffabhänge
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 300 Liter
Temperatur24–27 °C
pH-Wert8,1–8,4
Wasserhärte7–11 °dKH
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Der Schlüsselloch-Zwergkaiserfisch erreicht eine Körperlänge von 12–19 cm und ist damit einer der größten Zwergkaiserfische. Die Grundfärbung ist tiefschwarz bis dunkelbraun mit einem markanten, namensgebenden weißen Fleck auf der Körperseite, der an ein Schlüsselloch erinnert. Dieser Fleck kann in Größe und Form individuell variieren.

Die Flossen sind einheitlich dunkel gefärbt, die Rücken- und Afterflossenkanten können einen schmalen blauen Saum zeigen. Bei Lichteinfall schimmert der Körper oft bläulich. Jungtiere sind ähnlich gefärbt wie adulte Tiere, zeigen den weißen Fleck jedoch oft noch nicht so ausgeprägt. Männchen und Weibchen sind äußerlich nicht zu unterscheiden.

Verbreitung & Lebensraum

Der Schlüsselloch-Zwergkaiserfisch ist im gesamten tropischen Indopazifik verbreitet – von Ostafrika und dem westlichen Indischen Ozean über Südostasien bis zu den pazifischen Inseln. Er kommt nördlich bis Japan und südlich bis zum Great Barrier Reef vor. Sein Lebensraum umfasst Korallenriffe, Lagunen und Riffabhänge in Tiefen von 5–30 Metern.

In der Natur lebt die Art in Bereichen mit reichlich Deckung durch Korallen und Felsformationen. Sie bevorzugt strömungsreiche Bereiche und ist weniger in geschützten Lagunen zu finden als andere Zwergkaiserfische. Der Schlüsselloch-Zwergkaiserfisch ist territorial und beansprucht ein relativ großes Revier.

Lebensweise & Verhalten

Der Schlüsselloch-Zwergkaiserfisch ist ein tagaktiver Fisch mit einem selbstbewussten Auftreten. Er schwimmt offen durch sein Revier und zieht sich bei Gefahr in Spalten zurück. Gegenüber Artgenossen und anderen Zwergkaiserfischen ist er deutlich aggressiver als die meisten anderen Centropyge-Arten – seine Größe verschafft ihm dabei einen Vorteil.

Im Aquarium kann die Art anfangs scheu sein, entwickelt aber schnell ein selbstbewusstes Verhalten. Sie ist neugierig und lernt rasch, ihren Pfleger mit Futter zu assoziieren. Aufgrund ihrer Größe und ihres Temperaments benötigt sie ein geräumiges Aquarium mit ausreichend Schwimmraum und Versteckmöglichkeiten.

Ernährung

In der Natur ist der Schlüsselloch-Zwergkaiserfisch ein Allesfresser, der Algen, Schwämme, Seescheiden und kleine Wirbellose von Riffoberflächen abweidet. Im Aquarium nimmt er nach einer Eingewöhnung alle gängigen Futtersorten an und ist weniger wählerisch als viele andere Zwergkaiserfische.

Eine ausgewogene Ernährung sollte pflanzliche Kost (Nori, Spirulina), Frostfutter (Artemia, Mysis, Krill) und hochwertiges Granulat umfassen. Füttere mehrmals täglich kleine Portionen. Aufgrund seiner Größe hat er einen höheren Futterbedarf als die meisten anderen Centropyge-Arten.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung des Schlüsselloch-Zwergkaiserfisches im Aquarium ist bisher nur vereinzelt dokumentiert. Wie alle Centropyge-Arten ist er ein protogynischer Hermaphrodit. In der Natur laicht er in der Dämmerung, wobei das Paar zur Wasseroberfläche aufsteigt und Eier und Spermien ins freie Wasser abgibt.

Die pelagischen Eier treiben mit der Strömung und die Larven durchlaufen eine lange pelagische Phase. Eine erfolgreiche Aufzucht der Larven in Gefangenschaft ist extrem schwierig und bisher nur in spezialisierten Zuchteinrichtungen gelungen. Die meisten Tiere im Handel sind Wildfänge.

Haltung im Aquarium

Aufgrund seiner Größe benötigt der Schlüsselloch-Zwergkaiserfisch ein Meerwasseraquarium ab 300 Litern. Das Becken sollte gut eingelaufen sein, reichlich lebendes Gestein und Versteckmöglichkeiten bieten. Die Wassertemperatur sollte bei 24–27 °C liegen, der Salzgehalt bei 1,023–1,026 und der pH-Wert bei 8,1–8,4.

Die Art ist nicht besonders riffverträglich: Der Schlüsselloch-Zwergkaiserfisch knabbert häufiger an Korallen und Tridacna-Muscheln als die meisten anderen Centropyge-Arten. In reinen Fischaquarien oder in Riffaquarien mit robusten Korallen kann er jedoch gehalten werden.

Halte nur ein Exemplar pro Becken und vermeide andere Zwergkaiserfische als Beifische. Die Vergesellschaftung gelingt am besten mit robusten, ähnlich großen Fischen wie Doktorfischen, Lippfischen und Falterfischen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Schlüsselloch-Zwergkaiserfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem weitläufigen Verbreitungsgebiet häufig. Die allgemeine Zerstörung von Korallenriffen stellt die bedeutendste langfristige Bedrohung dar.

Im Aquarienhandel ist die Art regelmäßig als Wildfang erhältlich. Aufgrund der fehlenden Nachzuchtmöglichkeiten ist ein nachhaltiger Fang wichtig. Die Art wird seltener gehandelt als die populäreren Zwergkaiserfische wie Coral Beauty oder Flammen-Zwergkaiserfisch.

Quellen

  1. FishBase: Centropyge tibicenfishbase.se
  2. Allen, G.R., Steene, R. & Allen, M. (1998): A Guide to Angelfishes and Butterflyfishes. Odyssey Publishing.
  3. IUCN Red List: Centropyge tibiceniucnredlist.org
  4. Michael, S.W. (2004): Angelfishes and Butterflyfishes. TFH Publications.
  5. Debelius, H. & Kuiter, R.H. (2006): World Atlas of Marine Fishes. IKAN-Unterwasserarchiv.

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