Der Zwerg-Salamander ist einer der kleinsten Salamander Nordamerikas und erreicht maximal 9 cm Gesamtlänge. Sein Name „quadridigitata" (vier Finger) verweist auf seine einzigartige Besonderheit: Er besitzt an den Hinterbeinen nur vier statt der üblichen fünf Zehen. Dieser winzige, lungenlose Salamander lebt in den Feuchtgebieten und Kiefernwäldern der südöstlichen USA.
| Wissenschaftlicher Name | Eurycea quadridigitata |
| Ordnung | Schwanzlurche (Caudata) |
| Familie | Lungenlose Salamander (Plethodontidae) |
| Gattung | Eurycea |
| Größe | 5–9 cm |
| Gewicht | 0,5–2 g |
| Lebenserwartung | 3–5 Jahre |
| Verbreitung | Südöstliche USA (Virginia bis Texas) |
| Lebensraum | Feuchtwiesen, Sümpfe, Kiefernwälder, unter Laub und Moos |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Zwerg-Salamander ist mit einer Gesamtlänge von nur 5–9 cm einer der kleinsten Salamander Nordamerikas. Der Körper ist schlank und langgestreckt mit kurzen, dünnen Beinen. Die Grundfarbe ist gelbbraun bis dunkelbraun mit einem breiten, bronzefarbenen bis gelblichen Rückenstreifen, der von dunklen Seitenbanden eingefasst wird.
Das namensgebende und auffälligste Merkmal sind die nur vier Zehen an den Hinterbeinen (die meisten Salamander besitzen fünf). Diese Reduktion der Zehenzahl ist einzigartig in der Gattung Eurycea. Der Schwanz ist dünn und lang, oft etwas länger als der Rumpf. Die Haut ist glatt und feucht. Als lungenloser Salamander atmet er über die Haut und die Mundschleimhaut. Die Augen sind für die Körpergröße relativ groß.
Verbreitung & Lebensraum
Der Zwerg-Salamander kommt in den südöstlichen USA vor – von Virginia und North Carolina im Norden über die gesamte Küstenebene bis nach Florida und westlich bis nach East Texas. Er besiedelt hauptsächlich Tieflandgebiete in Meeresspiegelnähe.
Du findest diesen Salamander in feuchten Kiefernwäldern, Feuchtwiesen, Zypressensümpfen und an den Rändern von Feuchtgebieten. Er lebt unter feuchtem Laub, Moos, Rindenstücken und in der oberen Bodenschicht. Die Art bevorzugt Gebiete mit einer dicken Laubauflage und hoher Bodenfeuchtigkeit. Zur Fortpflanzung sucht er flache, temporäre Gewässer auf.
Lebensweise & Verhalten
Der Zwerg-Salamander ist nachtaktiv und verbringt den Tag versteckt unter feuchtem Laub, Moos und Rindenstücken. An feuchten Nächten kommt er an die Oberfläche und durchstreift die Laubstreu auf der Suche nach Nahrung. In trockenen Perioden zieht er sich tiefer in den Boden zurück.
Aufgrund seiner geringen Größe ist der Zwerg-Salamander ein wichtiges Beutetier für viele Prädatoren – Schlangen, Vögel, größere Salamander und sogar große Spinnen können ihm gefährlich werden. Bei Bedrohung kann er seinen Schwanz abwerfen und versucht durch schnelles Schlängeln durch die Laubstreu zu fliehen. Die Art kann in geeigneten Habitaten in hohen Dichten vorkommen.
Ernährung
Der Zwerg-Salamander ernährt sich aufgrund seiner winzigen Größe von sehr kleinen Wirbellosen. Auf dem Speiseplan stehen Milben, Springschwänze, winzige Ameisen, kleine Käfer und andere Mikroarthropoden. Die Beutegröße ist durch die kleine Mundöffnung stark limitiert.
Die Beute wird mit der kleinen, aber funktionsfähigen projektilen Zunge gefangen oder durch direktes Zupacken erbeutet. Die Jagd findet in der feuchten Laubstreu und in der oberen Bodenschicht statt, wo die meisten Mikroarthropoden leben. Trotz seiner geringen Größe kann der Zwerg-Salamander bei hoher Populationsdichte einen messbaren Einfluss auf die Gemeinschaften der Bodenmesofauna haben.
Fortpflanzung
Die Paarung findet im Herbst und Winter statt. Das Weibchen legt im Winter 7–50 Eier einzeln an die Unterseite von Blättern, Moospolstern oder kleinen Steinen in flachen, temporären Gewässern ab. Die Eier sind klein und pigmentiert.
Die Larven schlüpfen nach einigen Wochen und leben 2–6 Monate aquatisch in den flachen Gewässern. Sie sind sehr klein und ernähren sich von Zooplankton und winzigen Wasserwirbellosen. Die Metamorphose erfolgt bei einer Größe von etwa 2–3 cm. Die Geschlechtsreife wird bereits nach 1–2 Jahren erreicht, und die maximale Lebensdauer ist mit 3–5 Jahren relativ kurz für einen Salamander.
Haltung im Terrarium
Der Zwerg-Salamander kann in einem kleinen, feuchten Terrarium gehalten werden. Ein Behälter ab 30 × 20 × 20 cm reicht für eine kleine Gruppe aus. Die Einrichtung sollte eine Schicht feuchter Lauberde, Moos, flache Rindenstücke und ein kleines, flaches Wassergebiet für die Fortpflanzung umfassen.
Die Temperatur sollte bei 18–24 °C liegen, wobei kurzzeitig auch etwas höhere Temperaturen toleriert werden. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 75–90 % liegen. Gefüttert wird mit Springschwänzen, winzigen Asseln, Drosophila und anderen sehr kleinen Futtertieren. Eine leichte Winterabsenkung auf 12–16 °C über 1–2 Monate ist empfehlenswert, aber nicht zwingend erforderlich.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Zwerg-Salamander wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im südöstlichen USA noch weit verbreitet und in geeigneten Habitaten häufig. Lokal können Populationen durch Entwässerung von Feuchtgebieten, Waldrodung und Pestizideinsatz bedroht sein.
Der Erhalt von Feuchtgebieten und feuchten Kiefernwäldern in der Küstenebene des Südostens ist für den Schutz dieser Art wichtig. In vielen Gebieten profitiert der Zwerg-Salamander vom Schutz der Feuchtgebiete, die auch für zahlreiche andere bedrohte Arten von Bedeutung sind.
Quellen
- AmphibiaWeb: Eurycea quadridigitata – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Eurycea quadridigitata – iucnredlist.org
- Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
- Conant, R. & Collins, J. T. (1998): Reptiles and Amphibians: Eastern/Central North America. Houghton Mifflin.
- Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
