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Zwergbärbling (Boraras urophthalmoides)

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Zwergbärbling (Boraras urophthalmoides)

Bildquelle: Pavaphon Supanantananont / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Zwergbärbling ist einer der kleinsten Fische, die im Aquarium gehalten werden, und wird nur 1,5–2 cm groß. Sein charakteristisches Merkmal ist ein dunkler Fleck auf dem Schwanzstiel, der von einem leuchtend roten Feld umgeben ist – einem Ausrufezeichen ähnlich, weshalb er auch „Exclamation Point Rasbora" genannt wird.

Der Zwergbärbling ist einer der kleinsten Fische, die im Aquarium gehalten werden, und wird nur 1,5–2 cm groß. Sein charakteristisches Merkmal ist ein dunkler Fleck auf dem Schwanzstiel, der von einem leuchtend roten Feld umgeben ist – einem Ausrufezeichen ähnlich, weshalb er auch „Exclamation Point Rasbora" genannt wird.

Steckbrief: Zwergbärbling (Boraras urophthalmoides)
Wissenschaftlicher NameBoraras urophthalmoides
OrdnungKarpfenartige (Cypriniformes)
FamilieKarpfenfische (Cyprinidae)
GattungBoraras
Größe1,5–2 cm
Gewicht0,2–0,5 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungSüdostasien (Thailand, Vietnam, Kambodscha)
LebensraumFlache, pflanzenreiche Gewässer, Reisfelder, Sümpfe
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 20 Liter
Temperatur24–28 °C
pH-Wert5,5–7,0
Wasserhärte2–10 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Zwergbärbling erreicht eine maximale Körperlänge von nur 1,5–2 cm und gehört damit zu den kleinsten im Aquarium gehaltenen Fischarten überhaupt. Der Körper ist schlank und leicht gestreckt. Die Grundfärbung ist ein warmes, durchscheinendes Rötlich-Orange, das bei Wohlbefinden besonders intensiv leuchtet.

Das namensgebende Merkmal ist ein markanter dunkler Fleck auf dem Schwanzstiel, der von einem leuchtend roten Feld umgeben ist und an ein Ausrufezeichen erinnert. Ein weiterer dunkler Streifen zieht sich von der Schnauze bis zum Schwanzstiel. Die Flossen sind weitgehend transparent. Männchen sind schlanker und intensiver gefärbt als die rundlicheren Weibchen – die Unterschiede sind jedoch bei dieser winzigen Art schwer zu erkennen.

Verbreitung & Lebensraum

Der Zwergbärbling stammt aus Südostasien und kommt in Thailand, Vietnam und Kambodscha vor. Sein natürlicher Lebensraum umfasst flache, pflanzenreiche Gewässer wie Reisfelder, Sümpfe, Überschwemmungsflächen und ruhige Uferbereiche von Bächen und Flüssen.

Die Gewässer sind typischerweise sehr flach (oft nur 10–30 cm tief), dicht mit Wasserpflanzen bewachsen und weisen weiches, leicht saures Wasser auf. Der Bodengrund ist oft schlammig und mit einer Schicht aus zersetztem Pflanzenmaterial bedeckt. Diese Mikrohabitate bieten dem winzigen Fisch Schutz vor Fressfeinden und reichlich Nahrung in Form von Mikroorganismen.

Lebensweise & Verhalten

Der Zwergbärbling ist ein friedlicher Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens 10–15 Tieren gehalten werden sollte – je mehr, desto besser. In einem großen Schwarm zeigen die Tiere ein faszinierendes, synchrones Schwimmverhalten und die Farben werden deutlich intensiver als bei kleinen Gruppen.

Die Art ist tagaktiv und nutzt bevorzugt die mittleren Wasserschichten zwischen Pflanzenbeständen. Trotz ihrer geringen Größe sind Zwergbärblinge erstaunlich lebhaft und ständig in Bewegung. Sie sind sehr friedlich und völlig harmlos gegenüber anderen Fischen – allerdings können sie selbst leicht zur Beute größerer Arten werden.

Ernährung

Aufgrund seiner winzigen Größe ist der Zwergbärbling auf sehr feines Futter angewiesen. In der Natur ernährt er sich von Mikroorganismen, winzigen Insektenlarven, Zooplankton und Biofilmen. Im Aquarium nimmt er feinstes Staubfutter, zerriebene Flocken und Mikrogranulat an.

Besonders gerne werden lebende Mikroorganismen wie Artemia-Nauplien, Mikrowürmer und Paramecien gefressen. Regelmäßige Gaben von Lebendfutter fördern die Farbentwicklung und das Wohlbefinden erheblich. Achte darauf, dass das Futter wirklich klein genug ist – selbst normale Artemia sind für ausgewachsene Tiere an der oberen Grenze der Futtergröße.

Fortpflanzung

Die Zucht des Zwergbärblings gelingt in weichem, saurem Wasser mit dichter Bepflanzung. Die Art ist ein Freilaicher, der einzelne Eier zwischen feinfiedrigen Pflanzen oder Moospolstern ablegt. Die winzigen Eier werden nicht bewacht und die Elterntiere betreiben keine Brutpflege.

In einem gut bepflanzten Artenbecken vermehrt sich der Zwergbärbling oft von selbst – einzelne Jungfische tauchen zwischen den Pflanzen auf, ohne dass man aktiv eingegriffen hat. Die Larven sind extrem klein und benötigen Infusorien und Paramecien als Erstnahrung. Nach etwa zwei Wochen können sie frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien fressen.

Haltung im Aquarium

Der Zwergbärbling ist ein idealer Bewohner für Nano-Aquarien ab 20 Litern. Die Einrichtung sollte dicht bepflanzt sein und viele feine Pflanzen wie Javamoos, Riccia und feinfiedrige Stängelpflanzen umfassen. Ein dunkler Bodengrund und gedämpftes Licht durch Schwimmpflanzen lassen die Farben der Tiere besonders gut zur Geltung kommen.

Die Wasserwerte sollten weich und leicht sauer sein: Temperatur 24–28 °C, pH 5,5–7,0, Gesamthärte 2–10 °dGH. Eine sanfte Filterung mit geringer Strömung ist wichtig, da die winzigen Fische keine starke Strömung vertragen. Regelmäßige Wasserwechsel mit aufbereitetem Wasser halten die Wasserqualität stabil.

Die Vergesellschaftung muss sehr sorgfältig geplant werden: Nur friedliche Arten ähnlicher Größe kommen infrage. Ideale Beifische sind Zwerggarnelen (Neocaridina, Caridina), andere Boraras-Arten und kleine Welse wie Otocinclus. Alle größeren oder räuberischen Fische sind tabu, da der Zwergbärbling problemlos gefressen werden kann.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Zwergbärbling wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet häufig und kommt auch in vom Menschen geprägten Lebensräumen wie Reisfeldern vor. Die Hauptbedrohung besteht in der Zerstörung von Feuchtgebieten und der intensiven Landwirtschaft mit Pestizideinsatz.

Im Aquarienhandel sind sowohl Wildfänge als auch Nachzuchten erhältlich. Die Art gewinnt zunehmend an Beliebtheit im Nano-Aquaristik-Bereich. Eine verantwortungsvolle Haltung und Nachzucht tragen zum Erhalt dieser faszinierenden Kleinstfische bei.

Quellen

  1. FishBase: Boraras urophthalmoidesfishbase.se
  2. Seriously Fish: Boraras urophthalmoidesseriouslyfish.com
  3. Kottelat, M. & Vidthayanon, C. (1993): Boraras – a new generic name for the dwarf rasboras. Ichthyological Exploration of Freshwaters, 4(2), 183–190.
  4. IUCN Red List: Boraras urophthalmoidesiucnredlist.org

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