Fische (Salzwasser)

Zwergbarsch (Pseudochromis fridmani)

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Zwergbarsch (Pseudochromis fridmani)

Bildquelle: Pavaphon Supanantananont / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Orchideen-Zwergbarsch ist ein leuchtend purpurfarbener Juwel des Roten Meeres. Als Endemit dieses Gewässers und mit seiner atemberaubend intensiven Violettfärbung gehört er zu den begehrtesten kleinen Riffbewohnern in der Meerwasseraquaristik. Erfreulicherweise wird er erfolgreich nachgezüchtet.

Der Orchideen-Zwergbarsch ist ein leuchtend purpurfarbener Juwel des Roten Meeres. Als Endemit dieses Gewässers und mit seiner atemberaubend intensiven Violettfärbung gehört er zu den begehrtesten kleinen Riffbewohnern in der Meerwasseraquaristik. Erfreulicherweise wird er erfolgreich nachgezüchtet.

Steckbrief: Zwergbarsch (Pseudochromis fridmani)
Wissenschaftlicher NamePseudochromis fridmani
OrdnungBarschverwandte (Perciformes)
FamilieZwergbarsche (Pseudochromidae)
GattungPseudochromis
Größe6–7 cm
Lebenserwartung5–7 Jahre
VerbreitungRotes Meer (endemisch)
LebensraumSteilwände, Überhänge, Korallenriffe des Roten Meeres
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 100 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,025

Beschreibung & Aussehen

Der Orchideen-Zwergbarsch erreicht eine Körperlänge von 6–7 cm und besticht durch seine leuchtend purpurviolette Grundfärbung, die den gesamten Körper gleichmäßig überzieht. Die Intensität der Färbung ist bemerkenswert und verleiht dem Fisch den Beinamen „Orchidee". Ein dünner, schwarzer Strich verläuft diagonal durch das Auge vom Scheitel zum Mundwinkel.

Der Körper ist langgestreckt und leicht seitlich abgeflacht. Die Flossen sind ebenfalls violett gefärbt und relativ kurz. Die Augen sind groß und dunkel. Es gibt keinen auffälligen Geschlechtsdimorphismus, wobei Männchen tendenziell etwas größer werden und eine leicht intensivere Färbung zeigen können.

Verbreitung & Lebensraum

Du findest den Orchideen-Zwergbarsch ausschließlich im Roten Meer, wo er ein Endemit ist – das bedeutet, er kommt nirgendwo sonst auf der Welt vor. Er bewohnt Steilwände, Überhänge und höhlenreiche Riffbereiche in Tiefen von 1–60 Metern.

Die Tiere halten sich bevorzugt an senkrechten oder überhängenden Felswänden auf, wo sie sich kopfüber an der Decke von Höhlen und unter Überhängen aufhalten. Sie meiden offene, flache Riffbereiche und sind eng an strukturreiche Steilwände mit vielen Spalten und Nischen gebunden.

Lebensweise & Verhalten

Der Orchideen-Zwergbarsch ist tagaktiv und ein typischer Höhlenbewohner, der sich selten weit von seinem Versteck entfernt. Er schwimmt oft kopfüber an Höhlendecken und überhängenden Felswänden – ein ungewöhnliches und faszinierendes Verhalten, das auch im Aquarium zu beobachten ist.

Die Tiere sind territorial und verteidigen ein kleines Revier rund um ihr Versteck. Gegenüber Artgenossen können sie aggressiv sein, tolerieren aber in der Regel andere Fischarten. Wie viele Zwergbarsche kann die Art den Geschlecht wechseln: Das dominante Tier einer Gruppe wird zum Männchen (bidirektionaler Geschlechtswechsel).

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Orchideen-Zwergbarsch von Zooplankton und kleinen Krebstieren, die er in der Nähe seines Verstecks fängt. Er stößt kurz hervor, schnappt nach der Beute und zieht sich sofort wieder zurück.

Im Aquarium ist die Fütterung unkompliziert. Er akzeptiert Frostfutter wie Artemia, Mysis und Cyclops sowie Granulat und Flockenfutter. Füttere zwei- bis dreimal täglich kleine Portionen. Der Fisch geht in der Regel schnell ans Futter und ist ein unkomplizierter Fresser.

Fortpflanzung

Der Orchideen-Zwergbarsch bildet Paare und laicht in seiner Höhle ab. Die Eier werden als kugelförmiges Eipaket an der Höhlendecke befestigt und vom Männchen bewacht und belüftet. Die Brutpflege dauert etwa 5–7 Tage bis zum Schlupf.

Die Nachzucht im Aquarium ist etabliert und wird von mehreren Zuchtbetrieben erfolgreich durchgeführt. Die Larven werden mit Rädertierchen und später mit Artemia-Nauplien aufgezogen. Nachzuchttiere sind im Handel gut verfügbar und sollten gegenüber Wildfängen bevorzugt werden. Dies schont die Wildpopulationen im Roten Meer und liefert robustere, besser an Aquarienbedingungen angepasste Tiere.

Haltung im Aquarium

Der Orchideen-Zwergbarsch eignet sich hervorragend für Riffaquarien ab 100 Litern. Die Einrichtung sollte reichlich Lebendgestein mit Höhlen, Spalten und Überhängen bieten, da der Fisch diese als Versteck und Revier benötigt. Er ist vollständig riffkompatibel und lässt Korallen und Wirbellose unbehelligt.

Halte nur ein einzelnes Exemplar oder ein etabliertes Paar, da Artgenossen in kleinen Becken aggressiv bekämpft werden. In größeren Becken ab 300 Litern kann eine kleine Gruppe gehalten werden. Vermeide die Vergesellschaftung mit dem sehr ähnlichen Pseudochromis aldabraensis, da es zu Verwechslungen und Aggressionen kommen kann.

Die Wassertemperatur sollte bei 24–27 °C liegen. Der Orchideen-Zwergbarsch ist robust, langlebig und einer der schönsten kleinen Riffbewohner. Kaufe nach Möglichkeit immer Nachzuchten – diese sind robuster, stressresistenter und tragen zum Schutz der Wildpopulationen bei.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Orchideen-Zwergbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Als Endemit des Roten Meeres hat er ein begrenztes Verbreitungsgebiet, kommt dort aber in geeigneten Habitaten häufig vor.

Die erfolgreiche Nachzucht hat den Sammeldruck auf Wildpopulationen erheblich reduziert. Die meisten im Handel angebotenen Exemplare stammen heute aus Zuchtbetrieben. Dies ist ein vorbildliches Beispiel für nachhaltige Aquaristik und zeigt, wie Nachzuchtprogramme zum Artenschutz beitragen können.

Quellen

  1. FishBase: Pseudochromis fridmanifishbase.se
  2. IUCN Red List: Pseudochromis fridmaniiucnredlist.org
  3. Gill, A. C. (2004): Revision of the Indo-Pacific dottyback fish subfamily Pseudochrominae. Smithiana Monographs.
  4. ORA (Oceans, Reefs & Aquariums): Orchid Dottyback – orafarm.com
  5. Debelius, H. (1998): Red Sea Reef Guide. IKAN-Unterwasserarchiv.

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