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Zwergblaubarsch (Badis badis)

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Zwergblaubarsch (Badis badis)

Bildquelle: Pavaphon Supanantananont / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Zwergblaubarsch ist ein faszinierender kleiner Raubfisch aus Südasien, der für seine chamäleonartigen Farbwechsel bekannt ist. Je nach Stimmung, Rangordnung und Umgebung kann er seine Färbung von blassgrau über leuchtend blau bis hin zu tiefem Rot und Schwarz verändern – ein spektakuläres Schauspiel.

Der Zwergblaubarsch ist ein faszinierender kleiner Raubfisch aus Südasien, der für seine chamäleonartigen Farbwechsel bekannt ist. Je nach Stimmung, Rangordnung und Umgebung kann er seine Färbung von blassgrau über leuchtend blau bis hin zu tiefem Rot und Schwarz verändern – ein spektakuläres Schauspiel.

Steckbrief: Zwergblaubarsch (Badis badis)
Wissenschaftlicher NameBadis badis
OrdnungBarschartige (Perciformes)
FamilieBlaubarsche (Badidae)
GattungBadis
Größe5–8 cm
Gewicht3–8 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungSüdasien (Indien, Nepal, Bangladesch, Pakistan)
LebensraumLangsam fließende Gewässer, Uferbereiche mit dichter Vegetation
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 40 Liter
Temperatur22–26 °C
pH-Wert6,0–7,5
Wasserhärte5–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Zwergblaubarsch erreicht eine Körperlänge von 5–8 cm und besitzt einen gedrungenen, seitlich abgeflachten Körper mit einem relativ großen Kopf. Das bemerkenswerteste Merkmal ist seine Fähigkeit zu extremen Farbwechseln: Dominante Männchen können innerhalb von Sekunden von blassgrau zu einem intensiven Blau, Rot oder fast Schwarz wechseln.

In Stimmungsfarbe zeigen Männchen leuchtend blaue bis rote Flanken mit dunklen Querbinden, während gestresste oder unterlegene Tiere blass und unauffällig gefärbt sind. Weibchen sind generell blasser und kleiner als Männchen. Die Flossen können bläuliche bis rötliche Akzente zeigen. Im Ruhestand sind die Tiere unscheinbar graubraun – erst wenn sie sich wohlfühlen und soziale Interaktionen stattfinden, zeigen sie ihre volle Farbpracht.

Verbreitung & Lebensraum

Der Zwergblaubarsch kommt in einem breiten Gebiet Südasiens vor – von Pakistan über Nordindien und Nepal bis Bangladesch. Er bewohnt langsam fließende Gewässer, Uferbereiche von Flüssen und Bächen sowie stehende Gewässer mit dichter Vegetation und vielen Versteckmöglichkeiten.

In der Natur lebt die Art in klarem bis leicht trübem Wasser mit sandigem bis kiesigem Bodengrund und reichlich Falllaub, Totholz und Pflanzen. Die Gewässer sind meist weich bis mittelhart und leicht sauer bis neutral. Der Zwergblaubarsch bevorzugt ruhige Bereiche mit wenig Strömung und hält sich gerne in der Nähe von Strukturen auf, die ihm als Versteck und Jagdrevier dienen.

Lebensweise & Verhalten

Der Zwergblaubarsch ist ein territorialer, aber insgesamt friedlicher Fisch. Männchen besetzen kleine Reviere um Höhlen und Verstecke und verteidigen diese gegen Rivalen mit eindrucksvollen Farbwechseln und Drohgebärden. Echte Kämpfe sind selten – die Auseinandersetzungen werden meist über Farbsignale und Imponierverhalten ausgetragen.

Die Art ist ein Lauerjäger, der stundenlang regungslos in seinem Versteck sitzt und auf vorbeikommende Beute wartet. Dieses ruhige, bedächtige Verhalten steht im Kontrast zu den spektakulären Farbwechseln, die innerhalb von Sekunden ablaufen können. Im Aquarium ist der Zwergblaubarsch ein faszinierender Beobachtungsfisch, der individuelle Persönlichkeiten entwickelt.

Ernährung

Der Zwergblaubarsch ist ein Mikro-Raubfisch, der in der Natur kleine Wirbellose, Insektenlarven, Würmer und Krebstiere jagt. Im Aquarium akzeptiert er bevorzugt Lebendfutter und Frostfutter – Artemia, Mückenlarven, Daphnien, Tubifex und Mysis werden gierig gefressen.

Die Annahme von Trockenfutter ist oft schwierig und gelingt nicht bei allen Exemplaren. Manche Tiere lassen sich mit Geduld an feines Granulat gewöhnen, andere verweigern es dauerhaft. Plane also ein, regelmäßig Lebend- oder Frostfutter bereitzustellen. Eine abwechslungsreiche Fütterung mit verschiedenen Futtertieren fördert die Farbentwicklung und das natürliche Jagdverhalten.

Fortpflanzung

Die Zucht des Zwergblaubarschs gelingt im Aquarium gut. Das Männchen richtet eine Höhle unter einem Stein, einem Blatt oder in einer Tonröhre als Laichplatz ein und lockt ein Weibchen mit intensiven Farbwechseln und Balztänzen dorthin. Die Eier werden an der Höhlendecke abgelegt und ausschließlich vom Männchen bewacht.

Ein Gelege umfasst 30–100 Eier, die nach 2–3 Tagen schlüpfen. Das Männchen betreibt intensive Brutpflege und verteidigt das Gelege aggressiv. Die Larven sind zunächst sehr klein und benötigen Infusorien als Erstnahrung. Nach etwa einer Woche können frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien angeboten werden. Die Jungtiere wachsen relativ langsam und zeigen erst nach einigen Wochen die chamäleonartigen Farbwechsel.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung des Zwergblaubarschs eignet sich ein Aquarium ab 40 Litern für ein Paar oder ein kleines Trio (ein Männchen, zwei Weibchen). Die Einrichtung sollte zahlreiche Verstecke aus Steinen, Wurzeln und Tonhöhlen bieten, damit jedes Männchen ein eigenes Revier beanspruchen kann. Dichte Bepflanzung und ein dunkler Bodengrund fördern die Farbentwicklung.

Die Wasserwerte sollten moderat sein: Temperatur 22–26 °C, pH 6,0–7,5, Gesamthärte 5–15 °dGH. Eine sanfte Filterung mit geringer Strömung ist ideal, da die Art ruhige Gewässer bevorzugt. Der Zwergblaubarsch verträgt auch kühlere Temperaturen und kann in unbeheizten Zimmern gehalten werden.

Die Vergesellschaftung erfordert Vorsicht: Der Zwergblaubarsch ist zwar friedlich, aber ein Lauerjäger, der sehr kleine Fische und Garnelennachwuchs fressen kann. Geeignete Beifische sind friedliche Arten ab 3 cm Größe wie Bärblinge, kleine Salmler und Panzerwelse. Vermeide hektische oder dominante Arten, die den ruhigen Zwergblaubarsch stressen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Zwergblaubarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in Südasien weit verbreitet und kommt in vielen verschiedenen Gewässertypen vor. Lokale Bedrohungen bestehen durch Gewässerverschmutzung und Habitatzerstörung, insbesondere durch die zunehmende Urbanisierung in Südasien.

Im Aquarienhandel sind sowohl Wildfänge als auch Nachzuchten erhältlich. Die erfolgreiche Zucht in Gefangenschaft macht die Art gut verfügbar und reduziert den Druck auf die Wildpopulationen. Der Zwergblaubarsch gewinnt zunehmend an Beliebtheit als Alternative zu den häufiger gehaltenen Labyrinthfischen.

Quellen

  1. FishBase: Badis badisfishbase.se
  2. Seriously Fish: Badis badisseriouslyfish.com
  3. Kullander, S.O. & Britz, R. (2002): Revision of the family Badidae. Ichthyological Exploration of Freshwaters, 13(4), 295–372.
  4. IUCN Red List: Badis badisiucnredlist.org
  5. Schindler, I. & Linke, H. (2010): Badidae – Blaubarsche und Chamäleonfische. Aqualog Verlag.

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