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Zwergfadenfisch (Trichogaster lalius)

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Zwergfadenfisch (Trichogaster lalius)

Bildquelle: JuanCarlosPalauDiaz / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Zwergfadenfisch ist einer der farbenprächtigsten und beliebtesten Labyrinthfische in der Aquaristik. Männchen begeistern mit leuchtend rot-blauen Querstreifen und ihrem faszinierenden Schaumnestbau. Leider ist die Art anfällig für das Zwergfadenfisch-Iridovirus (DGIV), das in Zuchtfarmen weit verbreitet ist.

Der Zwergfadenfisch ist einer der farbenprächtigsten und beliebtesten Labyrinthfische in der Aquaristik. Männchen begeistern mit leuchtend rot-blauen Querstreifen und ihrem faszinierenden Schaumnestbau. Leider ist die Art anfällig für das Zwergfadenfisch-Iridovirus (DGIV), das in Zuchtfarmen weit verbreitet ist.

Steckbrief: Zwergfadenfisch (Trichogaster lalius)
Wissenschaftlicher NameTrichogaster lalius
OrdnungKletterfischartige (Anabantiformes)
FamilieOsphronemidae
GattungTrichogaster
Größe5–7 cm
Gewicht3–8 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungSüdasien (Indien, Pakistan, Bangladesch)
LebensraumStehende und langsam fließende Gewässer, Reisfelder, Überschwemmungsgebiete
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 40 Liter
Temperatur24–28 °C
pH-Wert6,0–7,5
Wasserhärte4–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Zwergfadenfisch erreicht eine Körperlänge von 5–7 cm und besitzt einen hochrückigen, seitlich stark abgeflachten Körper. Die Bauchflossen sind zu langen, fadenförmigen Tastorganen umgebildet – dem namensgebenden „Faden". Männchen der Wildform zeigen abwechselnd leuchtend blaue und rote Querstreifen, die den gesamten Körper bedecken und ihn zu einem der farbenprächtigsten Süßwasserfische machen.

Weibchen sind deutlich blasser und zeigen eine silbrig-graue Grundfärbung mit undeutlichen Streifen. Im Aquarienhandel sind zahlreiche Zuchtformen erhältlich: Roter Zwergfadenfisch (Flame), Blauer Zwergfadenfisch (Cobalt Blue), Neon Blue und die orange-rote Sunset-Variante. Alle Farbformen stammen von der Wildform ab und haben dieselben Haltungsansprüche.

Verbreitung & Lebensraum

Der Zwergfadenfisch stammt aus Südasien und kommt in Indien, Pakistan und Bangladesch vor. Sein natürlicher Lebensraum umfasst stehende und langsam fließende Gewässer, Reisfelder, Bewässerungskanäle und saisonale Überschwemmungsgebiete. Die Gewässer sind oft dicht mit Schwimmpflanzen bedeckt und bieten dem Fisch Schutz und Nahrung.

Als Labyrinthfisch besitzt der Zwergfadenfisch ein zusätzliches Atemorgan (Labyrinth), das ihm erlaubt, atmosphärischen Sauerstoff zu atmen. Diese Anpassung ermöglicht das Überleben in sauerstoffarmen, stehenden Gewässern und warmen Reisfeldern, in denen andere Fische nicht überleben könnten.

Lebensweise & Verhalten

Der Zwergfadenfisch ist ein ruhiger, etwas scheuer Fisch, der bevorzugt die oberen und mittleren Wasserschichten nutzt. Männchen sind revierbildend und bauen unter Schwimmpflanzen oder an der Wasseroberfläche Schaumnester aus Luftblasen, die mit Speichel stabilisiert werden. Das Schaumnestbauen ist ein faszinierender Prozess, der Stunden dauern kann.

Die fadenförmigen Bauchflossen dienen als Tastorgane, mit denen der Fisch seine Umgebung erkundet und mit Artgenossen kommuniziert. Männchen können gegenüber anderen Männchen territorial sein, sind aber im Allgemeinen friedlich gegenüber anderen Arten. Weibchen sind deutlich unauffälliger und schüchterner als die farbenprächtigen Männchen.

Ein bekanntes Problem ist das Dwarf Gourami Iridovirus (DGIV), das in vielen Zuchtfarmen Südostasiens verbreitet ist und zum plötzlichen Tod der Tiere führen kann. Achte beim Kauf auf gesunde, aktive Tiere aus vertrauenswürdigen Quellen.

Ernährung

Der Zwergfadenfisch ist ein Allesfresser, der in der Natur Insekten, Insektenlarven, Zooplankton und Algen frisst. Im Aquarium nimmt er alle gängigen Futtersorten an – feines Flockenfutter, Mikrogranulat, Frost- und Lebendfutter. Besonders gerne werden Artemia, Daphnien und Mückenlarven gefressen.

Eine abwechslungsreiche Ernährung mit regelmäßigem Lebendfutter fördert die Farbentwicklung und das Wohlbefinden. Der Zwergfadenfisch frisst auch von der Wasseroberfläche und schnappt nach kleinen Insekten, die auf dem Wasser landen. Pflanzliche Kost in Form von Spirulina-Flocken oder blanchiertem Gemüse ergänzt den Speiseplan.

Fortpflanzung

Die Zucht des Zwergfadenfisches ist ein faszinierendes Erlebnis. Das Männchen baut ein umfangreiches Schaumnest an der Wasseroberfläche, bevorzugt unter Schwimmpflanzen. Das Nest besteht aus hunderten kleiner Luftblasen, die mit Speichel zusammengehalten werden und eine Fläche von 5–10 cm Durchmesser erreichen können.

Während der Paarung umschlingt das Männchen das Weibchen in einer typischen Laichumarmung und die Eier steigen zum Schaumnest auf. Das Männchen sammelt eventuell herabfallende Eier ein und platziert sie im Nest. Ein Gelege umfasst 200–600 Eier. Das Männchen bewacht das Nest aggressiv und repariert es ständig. Die Larven schlüpfen nach 24–36 Stunden und schwimmen nach 2–3 Tagen frei. Ab diesem Zeitpunkt solltest du das Männchen entfernen und die Jungfische mit Infusorien und später mit Artemia-Nauplien aufziehen.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung des Zwergfadenfisches eignet sich ein Aquarium ab 40 Litern. Die Einrichtung sollte dicht bepflanzt sein und Schwimmpflanzen an der Oberfläche umfassen, die dem Fisch Deckung und Material für den Schaumnestbau bieten. Ein dunkler Bodengrund und gedämpftes Licht fördern die Farbentwicklung und das Wohlbefinden.

Die Wasserwerte sollten weich bis mittelhart sein: Temperatur 24–28 °C, pH 6,0–7,5, Gesamthärte 4–15 °dGH. Als Labyrinthfisch muss der Zwergfadenfisch Zugang zur Wasseroberfläche haben, um atmosphärische Luft zu atmen. Vermeide starke Strömung und eine zu enge Abdeckung, die den Luftzugang behindert.

Halte den Zwergfadenfisch als Paar oder ein Männchen mit zwei Weibchen. Mehrere Männchen in einem kleinen Becken führen zu Stress und Aggressionen. Die Vergesellschaftung gelingt mit friedlichen Beifischen wie Panzerwelsen, kleinen Salmlern, Keilfleckbärblingen und Garnelen. Vermeide Flossenbeißer und zu lebhafte Arten, die den scheuen Zwergfadenfisch stressen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Zwergfadenfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet ist die Art häufig und anpassungsfähig. Lokale Bedrohungen bestehen durch Habitatzerstörung und Wasserverschmutzung.

Im Aquarienhandel stammen fast alle Tiere aus Zuchtfarmen in Südostasien. Ein bedeutendes Problem ist das Dwarf Gourami Iridovirus (DGIV), das in vielen Zuchtfarmen endemisch ist und die Lebenserwartung der Tiere stark verkürzen kann. Beim Kauf solltest du auf aktive, farbenfrohe Tiere ohne eingefallenen Bauch oder Blässe achten – dies sind mögliche Anzeichen einer Infektion.

Quellen

  1. FishBase: Trichogaster laliusfishbase.se
  2. Seriously Fish: Trichogaster laliusseriouslyfish.com
  3. Go, J. & Whittington, R. (2006): Experimental transmission and virulence of a megalocytivirus from dwarf gourami. Journal of Fish Diseases, 29(2), 75–83.
  4. IUCN Red List: Trichogaster laliusiucnredlist.org
  5. Rüber, L. et al. (2006): Evolution of anabantoid fishes. Molecular Phylogenetics and Evolution, 40(1), 227–241.

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