Garnelen

Zwerggarnelen: Arten und Pflege

3 Min. Lesezeit
Zwerggarnelen: Arten und Pflege

Bild: KI generiert

Zusammenfassung

Zwerggarnelen sind die Stars der modernen Aquaristik. Mit ihrer enormen Farbvielfalt, dem faszinierenden Verhalten und den überschaubaren Haltungsansprüchen begeistern sie Einsteiger und erfahrene Aquarianer gleichermaßen.

Was sind Zwerggarnelen?

Als Zwerggarnelen werden Süßwassergarnelen mit einer Erwachsenengröße von 1,5–3,5 cm bezeichnet. Die beiden wichtigsten Gattungen sind Neocaridina und Caridina, die zusammen hunderte von Farbvarianten und Zuchtformen umfassen. Zwerggarnelen stammen überwiegend aus Ostasien, wo sie in Bächen, Flüssen und Seen vorkommen.

In der Aquaristik haben Zwerggarnelen in den letzten zwei Jahrzehnten einen beispiellosen Boom erlebt. Die Kombination aus geringen Platzanforderungen, faszinierendem Verhalten, beeindruckender Farbvielfalt und der Möglichkeit, eigene Zuchtlinien zu entwickeln, hat eine weltweite Gemeinschaft von Garnelenliebhabern entstehen lassen.

Neocaridina-Arten

Neocaridina davidi (früher N. heteropoda) ist die am häufigsten gehaltene Zwerggarnele und die ideale Einsteigergarnele. Die Wildform ist unauffällig grau-braun gefärbt, aber durch selektive Zucht sind zahlreiche leuchtende Farbformen entstanden: Red Cherry (rot), Blue Dream (blau), Yellow Fire (gelb), Orange Sakura (orange), Green Jade (grün), Black Rose (schwarz) und viele mehr.

Neocaridina-Garnelen sind äußerst robust und tolerieren ein breites Spektrum an Wasserwerten: pH 6,5–8,0, GH 6–20 °dGH, Temperatur 16–28 °C. Sie vermehren sich zuverlässig und können in großen Gruppen gehalten werden. Wichtig: Halte nur eine Farbform pro Becken, da verschiedene Neocaridina-Farbvarianten sich kreuzen und der Nachwuchs nach wenigen Generationen die unansehnliche Wildfarbe annimmt.

Caridina-Arten

Caridina-Zwerggarnelen umfassen ein breites Spektrum an Arten und Zuchtformen. Die bekannteste ist die Bienengarnele (Caridina cantonensis) mit ihren Zuchtformen Crystal Red, Crystal Black, Red Bee, Tiger, Panda und vielen weiteren. Diese Tiere stellen höhere Ansprüche an die Haltung: Sie benötigen weiches, leicht saures Wasser (pH 5,5–7,0, GH 0–6 °dGH) und Temperaturen von 18–24 °C.

Weitere beliebte Caridina-Arten sind die Taiwangarnele (Caridina cf. cantonensis), die in Zuchtformen wie Red Ruby, Blue Bolt und Shadow Panda vorkommt, sowie die verschiedenen Tigergarnelenarten. Auch die Sulawesi-Garnelen (z. B. die Kardinalsgarnele) gehören zur Gattung Caridina, stellen aber ganz andere Wasseranforderungen.

Optimale Haltungsbedingungen

Für die erfolgreiche Haltung von Zwerggarnelen sind stabile Wasserwerte wichtiger als exakte Zielwerte. Ein gut eingefahrenes Becken ab 20 Litern mit geeignetem Bodengrund, reichlich Moos und Aufwuchsflächen sowie einer garnelensicheren Filterung ist die Grundvoraussetzung.

Die Beleuchtung sollte moderat sein – zu viel Licht fördert Algenwachstum, zu wenig Licht hemmt das Pflanzenwachstum und den Aufwuchs. Eine Beleuchtungsdauer von 8–10 Stunden pro Tag ist ideal. Getrocknete Blätter und Erlenzapfen im Becken fördern die Biofilmbildung und liefern Huminstoffe, die das Wohlbefinden der Garnelen fördern.

Zucht und Selektion

Die Zucht von Zwerggarnelen ist eine der faszinierendsten Aspekte dieses Hobbys. Durch gezielte Selektion – das Aussortieren weniger farbintensiver Tiere und das Zusammenführen der besten Exemplare – kannst du die Farbqualität über Generationen hinweg verbessern. Viele Züchter spezialisieren sich auf bestimmte Farbformen und tauschen Zuchttiere mit anderen Enthusiasten.

Für die Zucht hochwertiger Tiere benötigst du mehrere Becken: ein Zuchtbecken mit den besten Elterntieren, ein Aufzuchtbecken für den Nachwuchs und gegebenenfalls ein Selektionsbecken für Tiere, die nicht den Zuchtstandards entsprechen. Dokumentiere deine Zuchtlinien sorgfältig, um Inzucht zu vermeiden und die Farbentwicklung nachzuverfolgen.

Gesundheit und Pflege

Gesunde Zwerggarnelen sind aktiv, zeigen intensive Farben und fressen regelmäßig. Anzeichen für Probleme sind Lethargie, Farbverlust, fehlende Fortpflanzung und erhöhte Sterblichkeit. Die häufigsten Ursachen für Gesundheitsprobleme sind instabile Wasserwerte, Kupfervergiftung, bakterielle Infektionen und Parasiten.

Vorbeugung ist die beste Medizin: Halte die Wasserwerte stabil, vermeide kupferhaltige Produkte, quarantäniere neue Tiere vor dem Einsetzen und füttere abwechslungsreich. Bei Erkrankungen sind die Behandlungsmöglichkeiten begrenzt, da die meisten Medikamente für Garnelen giftig sind. Spezielle Garnelenpräparate auf Basis von Salz, Kräutern oder Mineralien können bei leichten Infektionen helfen.

Quellen

  1. Werner Klotz & Andreas Karge (2013): Süßwassergarnelen aus aller Welt. Dähne Verlag.
  2. Lukhaup, C. & Pekny, R. (2010): Garnelen, Krebse und Krabben im Süßwasseraquarium. Dähne Verlag.
  3. Garnelenhaus: Zwerggarnelen Übersicht – garnelenhaus.de

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken