Der Zwerglaubfrosch ist einer der kleinsten Laubfrösche Australiens und erreicht eine Körperlänge von nur 2–3 cm. Er ist an der australischen Ostküste weit verbreitet und besiedelt feuchte Lebensräume von Sümpfen über Gräben bis zu Gärten. Trotz seiner geringen Größe besitzt er einen erstaunlich lauten Ruf.
| Wissenschaftlicher Name | Litoria fallax |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Australische Laubfrösche (Pelodryadidae) |
| Gattung | Litoria |
| Größe | 2–3 cm |
| Gewicht | 1–3 g |
| Lebenserwartung | 5–8 Jahre |
| Verbreitung | Östliches Australien (Queensland bis New South Wales) |
| Lebensraum | Küstenebenen, Sümpfe, Gräben, Gärten, Schilfbestände |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Zwerglaubfrosch ist ein sehr kleiner Frosch mit einer Körperlänge von nur 2–3 cm, was ihn zu einem der kleinsten Laubfrösche Australiens macht. Die Oberseite ist leuchtend grün bis bräunlich-grün, oft mit einem dunklen Seitenstreifen, der vom Auge über die Flanke zum Hinterbein verläuft. Die Unterseite ist weißlich bis cremefarben.
Die Haftscheiben an den Zehen sind relativ groß im Verhältnis zur Körpergröße und ermöglichen das Klettern auf Grashalmen, Schilf und anderen dünnen Pflanzen. Die Augen sind groß und golden. Männchen sind geringfügig kleiner als Weibchen und besitzen eine gelblich-braune Kehlhaut, die beim Rufen als Schallblase aufgeblasen wird.
Verbreitung & Lebensraum
Der Zwerglaubfrosch ist an der östlichen Küste Australiens verbreitet, von Nord-Queensland bis in den Norden von New South Wales. Er bevorzugt Küstenebenen und Tieflandgebiete in der Nähe von Gewässern.
Als Lebensraum dienen ihm Sümpfe, Marschland, Gräben, Teiche, Regenrückhaltebecken und feuchte Gärten. Er hält sich bevorzugt in Schilfbeständen, Grashorsten und niedrigerer Ufervegetation auf. Die Art ist anpassungsfähig und kommt auch in städtischen und vorstädtischen Gebieten vor, wo geeignete Gewässer vorhanden sind.
Lebensweise & Verhalten
Der Zwerglaubfrosch ist nachtaktiv und versteckt sich tagsüber in der Vegetation, oft auf der Unterseite von Blättern oder tief in Grashorsten. Nachts klettert er auf Grashalme und Schilf, wo er nach Nahrung sucht und ruft.
Trotz seiner winzigen Größe besitzt der Frosch einen erstaunlich lauten, hohen Ruf, der an ein schnelles „Wick-wick-wick" erinnert. Große Rufchöre in der Regenzeit können beeindruckend laut sein. Die Art ist bei warmen Regenfällen besonders aktiv und kann in solchen Nächten in großer Zahl beobachtet werden.
Ernährung
Der Zwerglaubfrosch ernährt sich aufgrund seiner geringen Größe von sehr kleinen Wirbellosen. Zur Hauptnahrung gehören winzige Fliegen, Mücken, Springschwänze, Blattläuse und Milben. Die Beute wird mit einem schnellen Zungenschlag gefangen.
Im Terrarium fütterst du mit Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster – die kleinere Art), Springschwänzen, Blattläusen und Mikro-Grillen. Die Futtertiere sollten mit Kalzium und Vitaminen bestäubt werden. Füttere täglich in kleinen Mengen, da der hohe Stoffwechsel des kleinen Froschs regelmäßige Nahrung erfordert.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet während der warmen, feuchten Monate statt (Oktober–März). Die Männchen rufen von Schilfstängeln und Grashalmen über flachem Wasser. Der Ruf ist laut und rhythmisch und zieht Weibchen aus der Umgebung an.
Das Weibchen legt kleine Gelege von 50–200 Eiern an Wasserpflanzen oder ins flache Wasser. Die Kaulquappen sind winzig und entwickeln sich innerhalb von 4–8 Wochen zu kleinen Fröschen von etwa 1 cm Länge. Die Geschlechtsreife wird mit etwa 6–12 Monaten erreicht.
Haltung im Terrarium
Der Zwerglaubfrosch eignet sich gut für ein kleines, gut bepflanztes Terrarium. Ein Becken ab 30 × 30 × 40 cm reicht für 3–4 Tiere aus. Die Einrichtung sollte dichte Bepflanzung mit Gräsern und Schilf, ein flaches Wasserbecken und Kletterstrukturen umfassen. Die Temperatur sollte tagsüber 24–28 °C betragen, nachts 18–22 °C.
Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 60–80 % liegen. Eine moderate Beleuchtung und regelmäßiges Sprühen imitieren die natürlichen Bedingungen. Die Art ist außerhalb Australiens aufgrund der strengen australischen Exportgesetze praktisch nicht erhältlich. In Australien wird sie gelegentlich von spezialisierten Züchtern angeboten.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Zwerglaubfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet häufig und die Populationen sind stabil. Die Anpassungsfähigkeit an vom Menschen veränderte Lebensräume kommt der Art zugute.
Lokale Bedrohungen bestehen durch die Zerstörung von Feuchtgebieten für die Urbanisierung und den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft. Der Chytridpilz könnte ebenfalls eine Rolle spielen, obwohl die Art bisher nicht als besonders anfällig gilt.
Quellen
- AmphibiaWeb: Litoria fallax – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Litoria fallax – iucnredlist.org
- Cogger, H. G. (2014): Reptiles and Amphibians of Australia. 7th Edition. CSIRO Publishing.
- Tyler, M. J. & Knight, F. (2011): Field Guide to the Frogs of Australia. CSIRO Publishing.
- Hero, J.-M. et al. (2006): Overview of the conservation status of Australian frogs. Pacific Conservation Biology, 12, 313–320.
