Kröten

Zwergwabenkröte (Pipa parva)

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Zwergwabenkröte (Pipa parva)

Bildquelle: Rosa Jay / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Zwergwabenkröte ist die kleinste Art der Gattung Pipa und gehört zur Familie der Zungenlosen Frösche. Sie lebt vollständig aquatisch in flachen Gewässern Nordvenezuelas und Kolumbiens. Wie alle Pipa-Arten brütet sie ihre Eier in der Rückenhaut des Weibchens aus – ein einzigartiges Fortpflanzungsverhalten.

📚 Steckbrief – Zwergwabenkröte (Pipa parva)
Wissenschaftlicher NamePipa parva
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieZungenlose Frösche (Pipidae)
GattungPipa
Größe3–5 cm
Gewicht3–8 g
Lebenserwartung5–8 Jahre (in Gefangenschaft bis 10 Jahre)
VerbreitungNördliches Südamerika (Venezuela, Kolumbien, Trinidad)
LebensraumFlache Gewässer, Gräben, überschwemmte Wiesen, Tümpel
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Die Zwergwabenkröte ist mit 3–5 cm die kleinste Vertreterin der Gattung Pipa. Der Körper ist extrem abgeflacht und dreieckig geformt – eine Anpassung an das aquatische Leben. Die Oberseite ist braun bis graubraun, die Unterseite heller.

Der Kopf ist breit und flach mit kleinen, nach oben gerichteten Augen ohne Augenlider. Wie alle Pipidae besitzt die Art keine Zunge – die Nahrung wird mit den Händen in das Maul geschoben. An den Fingerspitzen befinden sich sternförmige Sinnesorgane (Tentakel), die zur Nahrungssuche im trüben Wasser dienen. Die Hinterfüße sind voll schwimmhäutig.

Verbreitung & Lebensraum

Die Zwergwabenkröte kommt im nördlichen Südamerika vor – in Venezuela (nördliche Llanos, Küstenregion), Kolumbien und auf der Insel Trinidad. Sie bewohnt flache, stehende oder langsam fließende Gewässer: Gräben, Tümpel, überschwemmte Wiesen, Reisfelder und die Uferzonen von Seen.

Die Art ist vollständig aquatisch und verlässt das Wasser praktisch nie. Sie bevorzugt flache, warme Gewässer mit schlammigem Boden und dichter Vegetation.

Lebensweise & Verhalten

Die Zwergwabenkröte ist eine vollständig wasserlebende Art, die nie freiwillig an Land geht. Sie ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und verbringt den Tag am Gewässerboden oder zwischen Wasserpflanzen. Die Tiere können gut schwimmen, bewegen sich aber überwiegend am Boden schreitend fort.

In der Trockenzeit, wenn Gewässer austrocknen, gräbt sich die Art in den feuchten Schlamm ein und kann dort Wochen bis Monate überdauern. Bei Berührung verharrt sie oft reglos und vertraut auf ihre Tarnung.

Ernährung

Die Zwergwabenkröte ernährt sich von Wasserinsektenlarven (Mückenlarven, Eintagsfliegenlarven), Würmern, kleinen Krebstieren und anderen aquatischen Wirbellosen. Da sie keine Zunge besitzt, schiebt sie die Beute mit den Fingern in das Maul und saugt sie ein. Die sternförmigen Fingerspitzen helfen beim Aufspüren von Beute im trüben Wasser.

Fortpflanzung

Das Fortpflanzungsverhalten der Pipa-Arten ist einzigartig in der Tierwelt. Während der Paarung vollführen die Tiere unter Wasser akrobatische Loopings. Bei jedem Überschlag werden einige Eier abgegeben, die das Männchen auf den Rücken des Weibchens drückt. Die Rückenhaut des Weibchens schwillt daraufhin an und umhüllt die Eier in einzelnen Hauttaschen.

Bei Pipa parva werden die Eier in der Rückenhaut bis zum Kaulquappenstadium ausgetragen – die Kaulquappen schlüpfen dann aus dem Rücken der Mutter und schwimmen frei im Wasser (im Gegensatz zu Pipa pipa, wo fertige Jungfrösche den Rücken verlassen). Die Tragzeit beträgt 2–3 Wochen. Pro Gelege werden 20–60 Eier in die Rückenhaut eingebettet.

Haltung im Aquarium

Die Zwergwabenkröte ist eine beliebte Art in der Aquaristik und wird regelmäßig als Nachzucht angeboten. Die Haltung erfolgt in einem Aquarium (kein Terrarium!) ab 60 × 30 × 30 cm für eine kleine Gruppe. Der Wasserstand sollte flach sein (15–25 cm), der Boden mit feinem Sand bedeckt.

Wasserpflanzen, Wurzeln und Verstecke sorgen für Strukturierung. Die Wassertemperatur sollte bei 24–28 °C liegen, der pH-Wert bei 6,5–7,5. Ein leistungsfähiger Filter ist wichtig, da die Art empfindlich auf Wasserverschmutzung reagiert. Gefüttert wird mit Mückenlarven, kleinen Regenwürmern, Tubifex und Artemia. Die Zucht im Aquarium ist bei guter Pflege möglich.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Zwergwabenkröte wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. Die Art ist in geeigneten Habitaten häufig. Lokale Bedrohungen bestehen durch die Trockenlegung von Feuchtgebieten, Wasserverschmutzung und den Einsatz von Pestiziden in landwirtschaftlichen Gebieten.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Pipa parva – amphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Pipa parva – www.iucnredlist.org
  3. Rabb, G. B. & Snedigar, R. (1960): Observations on breeding and development of the Surinam toad. Copeia, 1960(1), 40–44.
  4. Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World – Online Reference – amphibiansoftheworld.amnh.org

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